Und wo das Brandenburger Kabinett in ganz großem Stil vertreten sein wird.

Außer Umweltministerin Anita Tack, Justizminister Volkmar Schöneburg und Finanzminister Helmuth Markov nehmen alle Minister der Landesregierung an der Veranstaltung teil.

Gute Gründe dafür gibt es natürlich viele: Schon wer mit dem Zug von Berlin nach Poznan fährt, kann merken, dass die Landschaft hinter Berlin immer agrarischer wird. Bis nach Frankfurt (Oder). Auf der anderen Seite der Grenze dann das gegenläufige Bild. Am Bahnhof von Poznan angekommen, fühlt man sich fast wie in einer Weltstadt vom Schlage Berlins. Junge Leute, moderne Bauten, ein Klima des Aufbruchs und des Anpackens. Bei so einem attraktiven Ziel ist es natürlich doppelt auffällig, dass in der Liste der Polenreisenden einige Namen fehlen.

Fast alle Minister der Linkspartei glänzen durch Abwesenheit: Einzig Europaminister Ralf Christoffers wird in Poznan auch die dunkelroten Farben hochhalten. So wie schon bei der Auslandspräsentation zum Tag der deutschen Einheit in Den Haag ist die Reisefreude im Brandenburger Regierungslager ganz offenkundig eine Eigenschaft der SPD. Denn auch in den Niederlanden waren die Linken nicht vertreten - dabei hätte es gerade beim Thema Deichbau und Hochwasserschutz durchaus Anknüpfungspunkte etwa für Umweltministerin Anita Tack gegeben. Es seien Terminprobleme, die die Abwesenheit erklärten, sagt die stellvertretende Regierungssprecherin Gerlinde Krahnert. Keine Krisensymptome.

Dafür wird am Dienstag dann die komplette SPD-Fraktion wird zu ihrer Fraktionssitzung nach Poznan fahren. "Wir tagen eigentlich immer einmal pro Legislaturperiode in Polen", sagt Fraktionsgeschäftsführer Thomas Kralinski. Doch immerhin: Auch die Linkspartei hat in der vergangenen Legislaturperiode schon einmal eine Fraktionssitzung in Polen durchgeführt. Das klappt am Dienstag nicht, aber wenigstens die Abgeordneten bleiben reisefreudig, sagt der parlamentarische Geschäftsführer Thomas Domres. "Wir werden nach unserer Sitzung in Potsdam noch zum Jubiläum nach Poznan fahren." Denn auch die Brandenburger Linkspartei erfreut sich über viele Partnerschaften mit dem Nachbarland - und zu einem Parteitag in Frankfurt (Oder) brachten die polnischen Sozialisten sogar kleine Seifen mit. Als Werbegeschenk. Denn es geht doch nichts über die Völkerverständigung zu beiden Seiten der Oder.