Das bunte Treiben in Bukowina Tatrzañska (Woiwodschaft Kleinpolen) findet dieses Jahr schon zum 44. Mal statt. Laut Polnischem Fremdenverkehrsamt lädt das Kulturzentrum "Dom Ludowy" noch bis zum morgigen Sonntag zu Veranstaltungen ein. Zum Auftakt gab es in der Woche bereits den traditionellen Umzug der Góralen-Kapellen und Sternsingergruppen durch die Gemeinde. Die Góralen genannten Bergbewohner werfen sich dabei in ihre Feiertagstracht und präsentieren traditionelle Tänze, zum Beispiel den Räubertanz.

Karneval hat in Polen eine jahrhundertealte Geschichte. An den Höfen fanden große Maskenbälle statt, auf dem Land feierten die einfachen Leute die Wochen vor der Fastenzeit mit nahrhaften Speisen, Tanz und Gesang. Christliche Formen vermischten sich mit altpolnischen und urslawischen Bräuchen. Wie das Polnische Fremdenverkehrsamt weiter berichtet, ziehen in den ländlichen Regionen vom Beskid Zywiecki (Saybuscher Beskiden) im Süden bis zur kaschubischen Küste bereits seit dem Dreikönigstag Narren durch die Dörfer und fordern ihren Tribut. Manche der bunten Kostüme und furchteinflößenden Masken erinnern an die alemannische Fasnacht, andere sind dem traditionellen Kanon der polnischen Sternsinger entlehnt.

Tod und Teufel, Christkind und Engel, Bauer und Bürgermeister treiben ihren Schabernack mit den Nachbarn, verlangen "Zoll" von vorüberfahrenden Autos oder geben Lob- und Spottlieder zum Besten.

In manchen Dörfern und Kleinstädten Oberschlesiens ist auch der Brauch des "Wodzenie niedzwiedzia", des Bärenführens, noch lebendig. So im Oppelner Schlesien oder in der Region von Gliwice (Gleiwitz) und in Tarnowskie Góry (Tarnowitz). Ein als Bär verkleideter Narr wird in einer Kostümgruppe von Haus zu Haus getrieben. Die Hausfrau wird aufgefordert, mit dem Bären zu tanzen, und der Hausherr muss die Narren mit Wodka bewirten, um für das kommende Jahr alles Böse abzuwenden.

Leichte Unterhaltung mit und ohne Maskenball erwartet Polenbesucher laut Fremdenverkehrsamt in den Musiktheatern des Landes. So entführt die Krakauer Oper ihre Gäste am 9. Februar an die Donau. Unter dem Motto "Neujahr in Wien - Fastnacht in Kraków" präsentiert das Ensemble Werke von Strauss, Brahms, Dvorák und anderen Komponisten. Auch die Danziger Ostseephilharmonie lädt zum Karnevalsvergnügen ein.

Informationen

zur Oper in Krakau unter www.opera.krakow.pl und zur Philharmonie in Danzig unter www.filharmonia.gda.pl