Brandenburgs Beamte treten überdurchschnittlich oft aus Krankheitsgründen in den vorzeitigen Ruhestand. Wie der Landesrechnungshof in seinem am gestrigen Freitag in Potsdam vorgestellten Jahresbericht für 2012 feststellt, wurden etwa im Jahr 2009 immerhin 108 Beamte aus Krankheitsgründen frühpensioniert. Dies entspricht einem Anteil von 24 Prozent an allen Beamten, die in diesem Jahr aus dem Dienst ausschieden. Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt lag der Anteil der Frühpensionierungen aus Krankheitsgründen im selben Jahr dagegen bei 8,7 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei 13,3 und in Sachsen bei 17,4 Prozent. "In allen Fällen haben Amtsärzte die ordnungsgemäße Frühpensionierung bestätigt", so der scheidende Direktor des Landesrechnungshofs, Thomas Apelt. "Das Land sollte sich Gedanken über ein Gesundheitsmanagement für seine Beamten machen."

Wie in den vergangenen Jahren wirkt der knapp 200 Seiten starke Bericht wie ein Tagebuch einer Reise ins sagenumwobene Schilda. Zahlreiche Fälle von Steuergeldverschwendung werden von den obersten Kassenprüfern des Landes ebenso kritisiert wie fragwürdige Geschäfte ohne Dokumentation. "Wir leisten damit einen Beitrag zur parlamentarischen Kontrolle der Landesregierung", so Apelt. Keine Aussagen trifft der aktuelle Rechnungshofbericht dagegen zu zwei Dauerthemen der Brandenburger Politik: Zu den Kanälen im Lausitzer Seenland schickte die Behörde bereits vor einigen Wochen einen eigenen Bericht ans Parlament. Und der Flughafen BER soll in den nächsten Monaten Objekt einer genauen Prüfung werden. "Wir sind dabei, eine Prüfung beim BER vorzubereiten", sagte Apelt gestern in Potsdam. Von der gut ausgestatteten brandenburgischen Verwaltung erwarte man in jedem Fall, "dass sie in der Lage ist, Geschäfte ordentlich abzuwickeln". Was, wie der Rechnungshofbericht eindrücklich zeigt, in diesem Jahr längst nicht überall der Fall war.