Immer wieder gibt es in diesen Wochen Pressetermine auf der Baustelle des Potsdamer Landtags. Immer wieder sonnen sich der Regierungschef und seine Minister dort im Licht der Kameras. Die Einzigen, die regelmäßig nicht dabei sind, sind die Landtagsabgeordneten.

Was in der vergangenen Woche für einen kleinen Eklat im Landtag sorgte. Minister Markov wurde von den Mitgliedern des Wirtschafts- und Haushaltsausschusses in den Landtag zitiert, um sich vor den Abgeordneten zu rechtfertigen. Es gelang nur mäßig.

Die Vertreter der Opposition fühlten sich verletzt. Es sei "taktlos", die Abgeordneten nicht einzuladen, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP, Marion Vogdt. Es sei ein "Unding", meinte ihre Kollegin von Bündnis 90/Die Grünen, Marie-Luise von Halem. Es sei ein Vorgehen, das "nicht tragbar" sei, sagte auch der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Ingo Senftleben.

Doch im Jahr der Bundestagswahl schaltet auch der Brandenburger Landtag immer mehr auf Wahlkampfmodus. Erkennbar ist das auch in der kommenden Woche, wenn das Parlament über diverse Anträge zum Fluglärm berät: Dann werden die Oppositionsfraktionen zusammen 16 Minuten Redezeit haben, das Regierungslager dagegen 41 Minuten.

"Ich könnte in die Luft gehen", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Andreas Büttner. Denn in der Vergangenheit hätte es durchaus Fälle gegeben, bei denen sich die Parlamentarier im Ältestenrat auf gleichlange Redezeiten für alle Fraktionen geeinigt hätten. "Dieses Mal hat uns das Regierungslager einfach überstimmt." Auch das könnte man taktlos nennen.

P.S.: Einen ganz besonderen Kameratermin absolvierte der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Christian Goerke: Am Donnerstag half er in einer Potsdamer Apotheke aus, um die Gesundheitsversorgung im Land einmal an der Basis zu erleben. Ob er sich dabei auch eine Salbe für die täglichen Verwundungen der Landtagsarbeit zusammenmischte, ist freilich nicht überliefert.