Zwar konnten sich die frühere Familienministerin Kristina Schröder und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Schön nicht durchsetzen, "grundsätzlich keine Sitzungen mehr auf den Sonntag" zu legen. Kritiker wie Arbeitnehmerchef Karl-Josef Laumann wendeten ein, dass sich bei einem politikfreien Sonntag Arbeitnehmer zusätzlich Urlaub für die Partei nehmen müssten. Gleichwohl soll jetzt "besondere Rücksicht auf die Sonn- und Feiertagsruhe" genommen werden. Darüber hinaus sollen feste Anfangs- und Endzeiten für Partei- und Gremienveranstaltungen gelten.

Nach einer längeren Debatte wurde auch beschlossen, gegen die sinkende Bereitschaft vorzugehen, Kinder impfen zu lassen. Die Union will daher eine "Grundimpfpflicht für Kinder" einführen, die unter anderem Diphterie, Tetanus, Hepatitis B, Keuchhusten, Mumps, Masern, Windpocken und Röteln umfasst. Der Bundesvorstand hatte empfohlen, das Vorhaben abzulehnen. Die Delegierten entschieden anders.

Auch die Lebensmittelverschwendung in Deutschland ist der Union ein Dorn im Auge. Deswegen will die CDU das "Mindesthaltbarkeitsdatum bei dauerhaft haltbaren Lebensmitteln abschaffen". Gemeint sind Produkte wie Nudeln oder Reis.

Die Delegierten stimmten auch dem Vorschlag der Jungen Union zu, die Nationalhymne, "die dritte Strophe des Liedes der Deutschen mit dem Text von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und der Melodie von Joseph Haydn", ins Grundgesetz aufzunehmen. Dafür soll der Artikel 22 um einen dritten Absatz ergänzt werden. Bislang ist darin geregelt, dass die Hauptstadt der Bundesrepublik Berlin und die Bundesflagge "schwarz-rot-gold" ist. Allerdings sind für Verfassungsänderungen Zwei-Drittel-Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat nötig.

Die CDU wird teurer. Dazu gab es eine hitzige Debatte und eine Niederlage für Generalsekretär Peter Tauber. Er wollte eine Erhöhung des Mindestbeitrags für neue Mitglieder von fünf auf acht Euro pro Monat durchsetzen. Das war den Delegierten zu viel. Herausgekommen sind sechs Euro. Verabschiedet wurde allerdings die Empfehlung an die Kreisverbände, die Beiträge je nach Bruttoeinkommen in 15, 25 und 50 Euro pro Monat zu staffeln.