Anhörungen werden durchgeführt, Fraktionen stimmen sich ab. Und oft ist der Ausschuss auch die einzige Chance für die Opposition, noch Änderungen anzuregen oder durchzusetzen.

Manchmal aber sind die Ausschüsse auch ein Gradmesser in Sachen öffentlicher Aufregung. Und ein Vehikel auf der Jagd nach billigen Schlagzeilen. Themen, die dazu dienen könnten, großen Raum in der medialen Berichterstattung zu erhalten, werden Themen eines Landtagsausschusses - selbst dann, wenn völlig unklar ist, was der Landtag damit eigentlich zu tun hat.

So diskutierte der Innenausschuss am Donnerstag doch tatsächlich über die insgesamt 39 bekannt gewordenen Fälle, in denen maskierte Horrorclowns in Brandenburg im Umfeld des "Halloween"-Fests Passanten erschreckten.

Ein Thema, das in der Tat in den sozialen Netzwerken das Land Brandenburg bewegt hat. Ein Thema aber auch, bei dem vor Nachahmungstaten und der damit verbundenen medialen Aufmerksamkeit gewarnt wurde. Zum Beispiel von der Brandenburger Polizei, die explizit darum bat, keine Berichte zu teilen, die den Tätern weiter öffentlichen Zuspruch gäben.

Ein Appell, der freilich im Potsdamer Landtag nicht angekommen zu sein scheint. Denn wenn es den Abgeordneten wirklich um sachliche Informationen und nicht um billige mediale Aufmerksamkeit gegangen wäre, hätten sich sicher Mittel und Wege finden lassen, das heikle Thema auch anders zu bearbeiten als in der öffentlichen Sitzung eines Landtagsausschusses.