So schreibt es die Geschäftsordnung des Landtags vor. Und damit rechnete auch die FDP, als sie im Zuge der Haushaltsberatungen des Landtags eine Reihe von Anfragen zu den Haushaltsplänen der Ministerien stellte. Doch die Ressorts baten reihenweise um Fristverlängerung.

Doch bei Marion Vogdt gerieten sie dabei an die Falsche. Die FDP-Abgeordnete aus Kleinmachnow steht nur selten im großen Rampenlicht, gehört aber hinter den Kulissen zu den fleißigsten Arbeiterinnen im Weinberg des Potsdamer Parlaments. Im Landtagspräsidium und fünf Ausschüssen hält sie die liberale Fahne hoch. Sie stellte kurz entschlossen eine "Kleine Anfrage" - nach der Dauer, die die Ministerien durchschnittlich für die Beantwortung von "Kleinen Anfragen" brauchen.

Die Ergebnisse stimmen nachdenklich: Bis zum November 2012 stellten die Abgeordneten demnach 2560 Anfragen. 2235 wurden innerhalb der Frist beantwortet. Bei 325, also etwa einem Achtel aller Anfragen, wurde die Frist überschritten. Besonders auffällig war hier das Bildungsministerium, das alleine für 74 Fälle die Verantwortung trägt. Auf Platz zwei folgte das Umweltministerium mit 50 Fällen, Rang drei ging an das Innenministerium mit 47 Fällen. Die übrigen Ressorts kamen auf deutlich weniger Fristüberschreitungen.

Die Staatskanzlei begründete das in ihrer Antwort mit oft komplexen Fragestellungen der Abgeordneten. Teilweise mag das stimmen: Gerade die Anfragen an das Bildungsministerium enthalten oft Wünsche nach umfangreichen, nach Schulämtern, Schultypen oder Fächern aufgegliederten Tabellen. Doch eigentlich sollten ja auch solche Statistiken vorrätig sein.

P.S.: Zeitverzögerungen führen auch dazu, dass sich der CDU-Abgeordnete Björn Lakenmacher nun über eine Kiste Sekt freuen kann. Er hatte mit dem Lärmschutzbeauftragten der Flughafengesellschaft gewettet, dass der Eröffnungstermin des neuen Hauptstadtflughafens im Oktober steht . . .