Während die Drachen schon von der Decke hängen, sind die simulierten Blitze bisher nur eine Idee. „Wir wollen das Wetter und das breite Spektrum des Klimawandels anschaulich darstellen“ , sagt der Vorsitzende des Vereins Wettermuseum Lindenberg, Bernd Stiller.
Seit zwei Jahren baut der Verein in Lindenberg, wo der Deutsche Wetterdienst ein Observatorium unterhält, das Museum auf. Es soll über den Forschungsstandort informieren und sich mit Fragen des Klimawandels befassen. Auch ein Schülerlabor ist geplant. Der Verein kaufte zwei Grundstücke und richtete zunächst die unter Denkmalschutz stehende und 1936 erbaute Ballonhalle her. Sie diente einst zur Lagerung von Drachen und auch Ballonen, mit deren Hilfe die Stratosphäre erkundet wurde. Von hier aus schickten Wissenschaftler seit Anfang des 20. Jahrhunderts Messgeräte in den Himmel. „Lindenberg hält immer noch den Höhenweltrekord für Drachengespanne mit 9740 Meter Höhe von 1919“ , berichtet Stiller.
Der Vereinschef sprüht vor Ideen. „Ich habe Tausend Visionen im Kopf.“ Stiller denkt an ein Besucherzentrum neben der Ballonhalle, den Ausbau des einstigen Windenhauses zu einem kleinen Platz für Experimente, an ein Café. Noch ist ein Museumsteil in einer früheren Schule untergebracht.
Das Wichtigste sei jetzt, dass der Verein für die geplanten Umbauten seinen Eigenanteil erbringe, betont der Meteorologe. Erst dann könnten Fördermittel beantragt werden. „80 000 Euro muss der Verein selbst beisteuern.“
Das kleine Museum erhält bereits Unterstützung. So habe das Observatorium Leihgaben zur Verfügung gestellt, sagt dessen stellvertretender Leiter Frank Beyrich. Bei Führungen hätten Besucher Teile des Observatoriums ansehen können, und es habe auch schon gemeinsame Veranstaltungen gegeben. „Das Museum ist eine Chance, die Geschichte des Standortes Lindenberg aufzuzeigen und für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.“
Die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) hat 2007 für das Museum 500 Euro bereitgestellt. „Klimawandel und Klimaschutz sind zentrale Themen der Zukunft“ , sagt Heike Hübener, Versitzende des DMG-Zweigverbandes Berlin-Brandenburg. Gerade die junge Generation müsse darüber informiert werden, um an Wissenschaft und Forschung teilzuhaben. Dazu leiste das Museum einen Beitrag.