Mehrere hundert Exemplare werden pro Jahr in den Behinderten-Werkstätten Roßwein der Diakonie Döbeln gefertigt. "Die Mitarbeiter haben dadurch eine sinnvolle Beschäftigung, mit der sie auch Geld verdienen", sagt der Leiter der Werkstätten, Heiko Buschbeck.

Mehrere Stoffbahnen werden von den Behinderten akurat an Nähmaschinen, die auch in jedem Konfektionsbetrieb oder jeder Schneiderei stehen könnten, zusammengenäht. Komplettiert mit gesägten biegsamen Holzstangen als Gestänge werden die Einzelteile dann in Futterale aus Stoff verpackt. "Andere Drachen kämpfen, unsere fliegen", schätzt Buschbeck die Qualität der Arbeit seiner Schützlinge ein. Die Drachen messen - je nach Modell - zwischen 70 Zentimeter und 2,30 Meter.

In der Stadt gibt es eine lange Tradition der Spielzeugproduktion. Seit Ende des 19. Jahrhundert wurden vor allem Holzfiguren hergestellt - bis zur Wende auch Kinder-Drachen. 1990 sei das Unternehmen geschlossen worden, sagt Buschbeck. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass die Diakonie gerade Räume für Werkstätten und auch Aufträge suchte. "Frühere Mitarbeiter der Spielzeugfabrik sind heute beschäftigt. Sie entwerfen Modelle für Drachen und betreuen die Behinderten bei der Arbeit", sagt Buschbeck.

In den vergangenen Jahren sei das Gelände mit Millionenaufwand für die Belange der Behindertenarbeit hergerichtet worden. Heute kommen jeden Tag rund 150 körperlich und geistig behinderte Menschen in die Werkstatt, die damit nach eigenen Angaben größter Arbeitgeber der Stadt ist.

Die Drachen werden bisher hauptsächlich über den Internetshop der Diakonie angeboten. In Zusammenarbeit mit dem Döbelner Drachenklub entstanden auch Sonderanfertigungen, die vor allem auf Volksfesten aufsteigen. "Es könnten mehr Kunden sein", meint Buschbeck, der sich über jeden Auftrag freut. "Es ist ein schönes Produkt, aber keines, mit dem man Geld verdienen kann."

Neben Kinderdrachen nähen die Mitarbeiter im Auftrag für Kunden auch Kissenbezüge und Bademäntel oder bessern Wäsche aus. In anderen Bereichen sind sie in der Tischlerei tätig oder erledigen Aufträge in der Garten- und Landschaftspflege. Die Diakonie in Sachsen betreibt rund 40 Behinderten-Werkstätten.