Staubig ist die Lausitz im Jahre 2030. Die letzten verbliebenen Bäume und Glatzköpfe ragen aus der Wüste, welche die Abbaggerung der Lausitz durch den russischen Energieriesen Kohlprom hinterlassen hat.

Der Ostsee ist, nachdem seine Fluten das gesamte Cottbuser Stadtgebiet verschlangen, längst ausgetrocknet, der globalen Erwärmung sei Dank. Alles, was noch steht, sind die nagelneuen Ortsschilder: "Volkshochschulstadt Lars-Krause-Stadt (ehemals Cottbus) - Spreeelsterkreis". Vor einem solchen warte ich, Lars Krause, Landrat, meinen Blick über die Ödnis, die mir Untertan ist, schweifen lassend und verstohlen träumend, wie anders alles sein könnte, wenn, ja wenn

. . . die Energie, die 2015 deutschlandweit in die Abwehr des Baus von Flüchtlingsunterkünften floss, dazu verwendet worden wäre, aus der Not eine Tugend zu machen. Im Stadtteil Neu-Aleppo, wo einst der Ostsee entstand, könnte längst ein buntes syrisches Dorf aus der Landschaft ragen, das Flüchtlinge aus ganz Deutschland nach dem Vorbild ihrer zerstörten Heimat errichteten. Stadtfeste, der traditionelle Wochenmarkt und das südliche Flair würden Touristen aller Länder anlocken.

. . . die Universität nicht zerschlagen und in eine Volkshochschule mit Kursangeboten wie "Backen ohne Mehl" umgewandelt worden wäre. Die Entthronung der verkrusteten selbst ernannten Verwaltungsmonarchen sowie innovative und qualitativ hochwertige Studiengänge, zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien, hätten die rasante Talfahrt der Studierendenzahlen und zunehmende Vergreisung der Stadtbevölkerung umgekehrt. An der Universität entworfene effektive Energieparks würden in der ganzen Lausitz Arbeitsplätze sichern, ohne Lebensräume zu zerstören. Die vermeintliche Notwendigkeit zur Verfeuerung des Märkischen Sands in Jänschwalde oder Schwarze Pumpe hätte sich mit dem Ausklinken Bayerns aus dem Energieverbund EU 2020 ohnehin erübrigt.

. . . der Speckgürtel einschließlich Potsdam und der dort erwirtschafteten Schulden 2029 endlich an Berlin verschenkt worden wäre. Lars-Krause-Stadt, wie Cottbus seit der endgültigen Machtübernahme heißt, wäre inzwischen Landeshauptstadt, solcherart die Kreisfreiheit ein- für allemal sicherstellend. Der Lärmschutzwall rings um Berlin würde es allen Brandenburgern ermöglichen, ihre Tage in Ruhe und Frieden zu verleben.

Arbeiten Sie, werte Leserinnen und Leser, mit mir daran, dass diese Welt nicht nur eine Fata Morgana bleibt.

Zum Thema:
Lars Krause arbeitet bei der BTU Cottbus im Lehrstuhl Zivil- und Öffentliches Recht mit Bezügen zum Umwelt- und Europarecht in Cottbus.Im vergangenen Jahr war er für "Die Partei" in den Wahlkampf um die Stelle des Cottbuser Oberbürgermeisters gezogen und dort Holger Kelch (CDU) unterlegen.Lars Krause ist seit November 2011 der erste Vorsitzende des Kreisverbands Cottbus der "Partei".