Rathaus: In Berlin ist das ehemalige Rathaus in Wilmersdorf zum Quartier umfunktioniert worden. Nur zwei Tage nach Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft sind bereits zwei Drittel der Plätze belegt. Am Freitagabend zogen 178 Menschen ein, am Sonntagmittag waren es schon etwa 300, wie ein eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales sagte.

Polizeistation: Wegen völlig überfüllter Erstaufnahmeheime wird in Thüringen eine Polizeiwache zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. Die Polizeidienststelle in Bad Lobenstein wurde Freitag geräumt, um sie so schnell wie möglich für Flüchtlinge herzurichten.

Turnhalle: Auch Sporthallen werden vielerorts zu kurzfristigen Unterkünften. In der Leipziger Ernst-Grube-Sporthalle beispielsweise sind am Wochenende die ersten Flüchtlinge eingetroffen. Nach Angaben der Johanniter-Unfall-Hilfe kamen zunächst 104 Menschen. In Stuttgart (Baden-Württemberg) wurden in einem Nebengebäude der Hanns-Martin Schleyer Halle provisorische Feldbetten aufgestellt. Die Halle wird für bis zu 500 Flüchtlinge befristet bis zum 27. August als Notunterkunft bereitgestellt.

Militärgebäude: In Doberlug-Kirchhain (Brandenburg) wird derzeit die ehemalige Lausitzkaserne der Bundeswehr für Flüchtlinge hergerichtet. Ein Kasernengebäude auf dem Übungsplatz der Bundeswehr in Ohrdruf (Thüringen) wurde am Wochenende ebenfalls kurzfristig für Asylbewerber hergerichtet. In Heidelberg (Baden-Württemberg) wurde die Flüchtlingsunterkunft Patrick-Henry-Village im ehemaligen Casino eingerichtet. Die Erstaufnahmeeinrichtung in der früheren US-Wohnsiedlung war ursprünglich als Notquartier gedacht, soll aber nun bis April 2016 bleiben.

Traglufthalle: In Neubiberg bei München (Bayern) sind innerhalb weniger Wochen mehrere Traglufthallen erreichtet worden, die für jeweils 250 Flüchtlinge als Notunterkunft genutzt werden. Am Wochenende konnten Besucher eine Halle besichtigen. Am heutigen Montag sollen die ersten Flüchtlinge einziehen.

Arbeiterwohnheim: Im Arbeiterwohnheim der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin könnten bald Flüchtlinge wohnen. Die IHK wäre bereit, der Stadt das Gebäude als Unterkunft zu vermieten, berichtet der Tagesspiegel. In dem Wohnheim sind derzeit vor allem Arbeiter und Studenten untergebracht. Weil die Zimmer nur monatsweise vermietet würden, könne das Gebäude theoretisch schnell anders genutzt werden.