Und einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass er neuer katholischer Oberhirte der Bundeshauptstadt werden würde, führten örtliche Katholiken ihren scheidenden Bischof zum bekanntesten Fluss der Lausitz, um dort mit ihm zu beten.

"Mich freut, dass Berlin so viel Wasser hat", sagte Koch dann auch, als er sich am gestrigen Mittwoch in der Hauptstadt vorstellte. In Berlin, Brandenburg und Vorpommern will der Erzbischof neue Aufmerksamkeit für den Glauben schaffen. "Gott ist den Menschen überall nahe", sagt Koch. "Von dieser Lebenserfahrung, von dieser Glaubenserfahrung zu verkünden, ist mein Anliegen." Denn in Brandenburg sei es nicht mehr selbstverständlich, Christ "oder gar Katholik" zu sein.

Mit den Landesregierungen in Potsdam, Schwerin und Berlin wolle er etwa über die Flüchtlingsproblematik ins Gespräch kommen.

Doch auch den Kontakt zu dem Islam und die Ökumene mit der evangelischen Kirche will der neue Berliner Erzbischof intensivieren. In Köln sei er viele Jahre Leiter der Abteilung für interreligiösen Dialog des Erzbistums gewesen, sagte Koch. Dies wolle er in Berlin fortsetzen.

Im Umgang mit der Evangelischen Kirche wolle er dagegen nicht nur eine Ökumene "des kleinsten gemeinsamen Nenners" betreiben. Der enge Kontakt mit dem Berliner Bischof Markus Dröge sei ihm wichtig - dass es Meinungsunterschiede etwa in der Frage der Trauung homosexueller Paare gebe, die von der Ekbo gerade vorbereitet wird, halte er "überhaupt nicht für problematisch".