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| 02:33 Uhr

Vom Vize zum Chef Margarete Koppers

FOTO: dpa
Sie fährt gern Rad und kann auf Leute zugehen. Nun soll die bisherige Polizei-Vizepräsidentin Margarete Koppers Berlins neue Generalstaatsanwältin werden. dpa/roe

Und erstmals könnte eine Frau den Posten des Chefanklägers in Berlin übernehmen. Um die Neubesetzung gab es ein langes Hickhack, die Opposition hatte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) grünen Filz vorgeworfen.

Nun hat der rot-rot-grüne Senat dem Vorschlag von Behrendt zugestimmt. Doch ganz sicher ist die Sache noch nicht: Eine Konkurrentenklage ist zu erwarten. Der bisherige Chefankläger Ralf Rother hatte seinen Ruhestand verschoben, weil die Nachfolge nicht pünktlich geregelt war.

Nach dem Vize-Posten könnte für Koppers (56) nun der Höhepunkt ihrer Karriere kommen. Die Juristin war seit März 2010 Vizepräsidentin der Hauptstadt-Polizei, wo sie für Personal, Aus- und Fortbildung und Auslandskontakte zuständig war. Mehr als ein Jahr amtierte sie als kommissarische Leiterin. Zuvor gehörte die Juristin seit Mai 2006 als Vizepräsidentin des Berliner Landgerichts zur dortigen Führungsriege.

Koppers stammt aus Nordrhein-Westfalen und lebt seit 1980 in Berlin, wo sie Rechtswissenschaften studierte. 1988 begann sie, für die Berliner Justiz zu arbeiten, so auch in der Senatsverwaltung und als Richterin. Zwischenzeitlich war sie drei Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Koppers gibt sich meist locker und interessiert. Und sie beherrscht auch den Small-Talk am Rande von Kongressen oder Empfängen. Die Beamtin hatte schon beim Wechsel von der Justiz in die Führungsebene des für sie neuen Polizeiressorts betont, die Aufgabe habe sie sehr gereizt. Vor der früher stark von Männern dominierten Polizei habe sie keine Scheu.

Nun will sie als Chefin von Deutschlands größter Staatsanwaltschaft wieder Neuland betreten. Der Juristin war von der CDU-Opposition die Qualifikation dafür abgesprochen worden - weil sie bislang nicht als Staatsanwältin gearbeitet habe. In den vergangenen Monaten war wegen des laufenden Besetzungsverfahrens nicht viel von Koppers zu hören. Doch Vorwürfe von Polizisten gegen ihre Vizechefin wurden laut. Ermittlungen gegen Koppers nach der Anzeige eines Beamten wegen übler Nachrede wurden eingestellt.

Doch in der Affäre um mit Schadstoffen belastete Schießstände sind die Vorwürfe gegen Koppers noch nicht vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Polizeipräsident Klaus Kandt nahm seine Stellvertreterin in Schutz. Sie sei mit dem Thema "hochverantwortlich umgegangen", ließ Kandt wissen. Sie sei eine "hochqualifizierte, engagierte, integre und loyale Führungskraft".