Zwischen 1982 und 1988 verließ der für seine "subversive Lehrtätigkeit" gesuchte Geschichtsprofessor freiwillig seine Heimat und lebte sechs Jahre im französischen Exil. Von dort aus kämpfte er gegen die Militärregierung und setzte sich für die Einführung eines Mehrparteiensystems ein.

Dann aber wurde der heute 67-Jährige im Jahr 2000 zum Präsidenten gewählt. Nicht alle Ivorer akzeptierten ihn als Staatschef - die Elfenbeinküste versank im Chaos. Jahrelang tobte ein blutiger Bürgerkrieg. 2007 wurde der Konflikt mit einem Waffenstillstand beendet.

Bereits 2005 hätten neue Wahlen angestanden, die aber wegen des Bürgerkrieges und durch diverse Manöver Gbagbos immer wieder verschoben wurden. Bis 2010 konnte er sich an der Macht halten, dann kam es zur Abstimmung. Obwohl Gbagbo im ersten Wahlgang in Führung lag, unterlag er bei der folgenden Stichwahl seinem langjährigen Widersacher Alassane Ouattara. Aber Gbagbo klebte an der Macht und weigerte sich, seine Niederlage anzuerkennen.

Die Folge: Das Verfassungsgericht, in dem seine Anhänger das Sagen hatten, erklärte ihn offiziell zum Wahlsieger. Im Frühjahr 2011 eskalierte der Konflikt zwischen beiden Seiten. In zahlreichen Landesteilen kam es zu schweren Gefechten und einer regelrechten Hetzjagd auf Anhänger Ouattaras. Schließlich liefen aber immer mehr Soldaten zu Ouattara über und Gbagbo verschanzte sich im Präsidentenpalast. Nach einem französischen Militäreinsatz wurde er am 11. April 2011 festgenommen.

Sieben Monate später erfolgte die Überstellung an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Die Anklage wirft Ex-Präsident Gbagbo die Verantwortung für Mord, Vergewaltigung, unmenschliche Akte und Verfolgung in der Elfenbeinküste zwischen Dezember 2010 und April 2011 als "indirekter Mittäter" vor.