Gerade hat sich Mugabe in eine Koalitionsregierung gerettet, bei der er auch weiterhin die Hand fest an den Hebeln der Macht hat. Sein Volk darbt - doch der Herrscher gönnt sich eine üppige Geburtstagsparty. Genüsslich listeten Medien im benachbarten Südafrika die teure Bestellliste auf: 2000 Flaschen Champagner, 500 Flaschen Whisky, 8000 Hummer, 4000 Portionen Kaviar. Mugabe repräsentiert die alte Politiker-Garde des Kontinents. Zornig und verbittert, aber kampfeslustig wie eh hat er sich spätestens seit dem Jahr 2000 vom Hätschelkind des Westens zum geächteten Buhmann entwickelt. Die Vertreibung weißer Farmer, politische Repression und Dürre führten sein Land ins Chaos. Seitdem ist Machterhalt die Devise des einstigen Freiheitskämpfers. Der geschickte Taktiker hebelte demokratische Kontrollen aus und machte sich praktisch zum Alleinherrscher. Erzbischof Desmond Tutu brachte auf den Punkt, was viele denken. Er bescheinigte dem Mann mit dem kuriosen Bärtchen und den großen Brillengestellen, auf seinem langen Weg zur "Witzfigur des afrikanischen Führers" mutiert zu sein. "Er war ein strahlender Stern an unserem Firmament, jemand, auf den wir stolz waren", sagte der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Tutu. Bei der Befreiung seines Landes von der weißen Vorherrschaft des rhodesischen Siedlerregimes hat sich der Tischler-Sohn unbestreitbare Verdienste erworben. Und auch später verblüffte der stets elegant gekleidete Intellektuelle und brillante Rhetoriker Freund und Feind lange mit einem auf Ausgleich zwischen Schwarz und Weiß zielenden Versöhnungskurs. Obwohl er die einstigen britischen Kolonialherren bei seinen rhetorischen Attacken zum Lieblingsfeind erklärt hat, kultiviert er noch heute einen sehr britischen Lebensstil.Der am 21. Februar 1924 in Kutama geborene Mugabe hat unter anderem Ökonomie, Philosophie, Jura, Geschichte und Englisch studiert. Mit seiner früheren Sekretärin Grace ist er in zweiter Ehe verheiratet. Nach Studium und Lehrertätigkeit, Untergrund, Flucht, Folter und langer Haft führte er 1980 Simbabwe in die Unabhängigkeit. Den Absprung ins Privatleben hat er dann verfehlt. Nach einem Vierteljahrhundert im Präsidentenamt klammert er sich nur noch an die Macht.Kritiker werfen ihm Terror, Personenkult und Korruption vor. Immer wieder bemühte Mugabe das (weiße) Ausland als Schuldigen für die Misere.