" Na prima, das kann ja heiter werden. Mittwoch vormittag, kurz nach halb zehn im Landtag: Im großen Sitzungsraum des Hauptausschusses haben sich die Abgeordneten versammelt. Eine öffentliche Anhörung steht an. Das Thema: "Das Parlament zum zentralen Ort der öffentlichen Debatte machen."

Schon im Juli hatten alle Fraktionen beschlossen, zu diesem Thema auch einen Vertreter der Landespressekonferenz einzuladen - also des Vereins der in Potsdam über Landespolitik berichtenden Redakteure, der sich um die Transparenz der Politik bemüht. Weswegen im Postfach dann irgendwann ein hochoffizielles Schreiben landete. Was zu intensiven Beratungen führte. Denn für Journalisten ist so eine Situation ungewohnt: Schließlich schreibt man normalerweise über Anhörungen, aber man steht nicht selbst Rede und Antwort.

Am Ende standen dann Punkte wie die freie Rede im Parlament, spontane Fragen in der Fragestunde oder die Wiederabschaffung des überflüssigen dritten Sitzungstages. Und die bösen Fragen? Sie hielten sich in Grenzen. Nur einmal sorgte ein Abgeordneter dafür, dass der Vorsitzende der Landespressekonferenz plötzlich senkrecht am Tisch saß. Als nämlich nach der Bedeutung der öffentlichen Sitzungen der Ausschüsse gefragt wurde. Eine Errungenschaft, die in Potsdam eigentlich niemand missen möchte - und am allerwenigsten wohl wir Journalisten. Schließlich geht es uns in erster Linie um die Transparenz der Politik.