Hotels, Ferienhäuser und Pensionen in Sachsen sind an den Weihnachtsfeiertagen gut gebucht. Vor allem in den Hochburgen im Erzgebirge oder auch im Vogtland sind zu den Festtagen und an Silvester kaum noch Plätze frei, wie eine Umfrage ergab. Auch Kurz- und Städtereisen sind gefragt. Wegen des fehlenden Schnees bleiben allerdings in den Wintersportgebieten die Tagestouristen und Wintersportler bisher aus.

„Sachsen hat sich zunehmend als Weihnachtsland etabliert“, sagte Ines Nebelung von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS). Neben den Wintersportgebieten sei vor allem Dresden mit den zahlreichen Weihnachtsmärkten und der weihnachtlichen Erlebniswelt „1000 Funkel“ ein Touristenmagnet. „Vor allem das Wochenende nutzen viele für einen Ausflug oder Kurzurlaub“, sagte Nebelung.

Allerdings haben Hoteliers auch in diesem Jahr mit kurzfristigen Buchungen zu kämpfen: „Viele wollen ihren Kurzurlaub mit Skifahren verbinden und warten deshalb bis zur letzten Sekunde“, meinte Nebelung.

Von allen Wintermonaten ist der Dezember in Dresden am besten gebucht. Im Vorjahr kamen mehr als 300 000 Übernachtungsgäste. „Vor allem der Striezelmarkt als ältester Weihnachtsmarkt in Deutschland zieht die Besucher an“, erklärte Christoph Münch von der Dresden Marketing GmbH. Die meisten kommen aus Deutschland, viele auch aus Tschechien, den USA, Österreich, der Schweiz, Japan oder Italien. Auf Ostdeutschlands höchstem Berg – dem 1215 Meter hohen Fichtelberg in Oberwiesenthal – ist alles für die Wintersaison vorbereitet: Die Lifte sind startklar, Schneekanonen, Pistenbullys und fünf neue Motorschlitten warten auf ihren Einsatz, nur der Schnee fehlt. „Wir wollen den Betrieb so schnell wie möglich beginnen, sind aber leider vom Wetter abhängig“, erklärte die Leiterin Fremdenverkehr, Franziska Köglmeier. Erst wenn mindestens fünf Tage lang eine Temperatur von minus fünf Grad herrschte, könnten die Pisten auch künstlich präpariert werden. Doch während der Feiertage ließen sich die Touristen davon nicht abhalten. „Die Bettenauslastung ist besonders zu Weihnachten und Silvester sehr gut“, erklärte Köglmeier.

Auch im Vogtland gibt es bis zum Jahreswechsel nur noch wenige freie Betten. „Für Kurzentschlossene lohnt es sich aber dennoch nachzufragen“, sagte Michael Hecht, Geschäftsführer des örtlichen Tourismusverbandes. Zu den beliebtesten Reisezielen der Region zählen das Skigebet Schöneck, das mit einem neuen 600-Plätze-Parkhaus auf zahlreiche Wintersportler setzt, Klingenthal mit seiner Kammloipe und das Familienskigebiet Erlbach. „Wir hoffen zwar auf Schnee, aber nicht unbedingt so viel wie im letzten Jahr“, sagte Hecht. Im vergangenen Winter seien wegen der Wetterkapriolen mit Sturm und Hagel die Touristen eher ausgeblieben.

Der Tourismusverband Erzgebirge rechnet allein im Dezember mit rund 300 000 Übernachtungen – mit bis zu 65 Prozent sei die Auslastung in dieser Zeit doppelt so hoch wie im Jahresdurchschnitt, sagte Sprecherin Jana Vierig. „Die Leute kommen wegen der Weihnachtsstimmung, egal ob Schnee liegt oder nicht.“

Das Erzgebirge mit der Spielzeugstadt Seiffen und den Bergparaden in Annaberg-Buchholz gilt als Weihnachtshochburg. Bergparaden sind Umzüge, die an die Bergbau-Tradition in der Region erinnern.

Tagesausflügler aus Dresden und Leipzig würden allerdings ausbleiben, wenn kein Schnee liege. Dabei ist alles für die Saison startklar – die Loipen vorbereitet, die Schneelanzen aufgestellt – nur die weiße Pracht lässt auf sich warten.