Dass sich drüben in Hessen, in Limburg an der Lahn, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Badewanne für 15 000 Euro einbauen ließ, zeigte dem einfachen Gläubigen mal, was so ein Ding heute kosten kann. Kaum einer hat sie gesehen, die bischöfliche Wanne. Aber alle wollen wissen, was da dran ist.

Dem Bischof jedenfalls ist das 15 000-Euro-Vollbad nicht gut bekommen. Für sein ungeniert vor-reformatorisches Betragen muss er derzeit auf mittelalterlich büßen: nämlich im Kloster. Und seine Schäfchen tanzen vor Freude. Dumm gelaufen für den Bischof, dumm auch für die Hersteller von High-End-Bädern.

Wo sollen die ihr Zeugs loswerden, wenn selbst der hohe Klerus als Abnehmer ausfällt? In Dubai! Das orientalische Märchenland, wo Scheichs und Investoren gern fett wohnen, hoch bauen und für Interieur-Firlefanz massenhaft Geld aus dem Fenster schaufeln.

Die Dubaianer haben bekanntlich ein gespaltenes Verhältnis zu allem, was Spaß macht. Das Feierabendbierchen ist streng verboten, doch konsumieren sie sich sich die Seele aus dem Leib. Sie hocken auf dem wahrscheinlich letzten Öl des Planeten und verdienen pro Kopf stolze 40 000 Dollar, die wollen ausgegeben werden.

Diese Woche war dort große Baumesse. Die Sachsen waren natürlich dabei. Im Gepäck hatten sie eine goldene Badewanne. Das schmucke Teil mit 24 Karat Blattgold hat die Firma RGenau aus Meerane entwickelt. Die hat ansonsten auch noch Modelle aus Echtholzfurnier im Angebot, die nach Kundenwunsch gefertigt werden. Für jedes einzelne Exemplar wird das Holz in Rauten in die Wanne appliziert, auf Wunsch eingefärbt und spiegelglatt lackiert. Da kann man dann drin baden.

Nach drei Tagen Messe auf dem sächsischen Gemeinschaftsstand freuen sich die Meeraner über "sehr großes Interesse". Dem Chef der Sächsischen Wirtschaftsförderung, Peter Nothnagel, blinken die Dollarzeichen in den Augen. Man ist hier schließlich in einem der "reichsten Staaten und den dynamischsten Wirtschaftsstandorten der arabischen Welt". Mehr als 300 Millionen Euro hat Saxony vergangenes Jahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten verdient. Das geht eben nicht mit schlichter funktionaler Badkeramik.

Für echten Badespaß war das christliche Abendland immer schon zu verklemmt und zu geizig.