Volkswagen will das erste Elektroauto der neuen Generation künftig im Zwickauer Werk fertigen - und damit in eine neue Ära starten. Der "ID" solle um rund 25 Prozent effizienter als heutige Fahrzeuge produziert werden, kündigte Markenchef Herbert Diess am Freitag in Wolfsburg an. Das Fahrzeug, das einen rein elektrischen Antrieb haben und eine Reichweite von 400 bis 600 Kilometern schaffen soll, werde ab 2020 auf den Markt kommen und solle bei den Kosten mit Dieselmodellen vergleichbar sein. Technisches Konzept und Design würden in diesem Jahr festgelegt.

Den Angaben zufolge soll Mitte 2018 im Zwickauer Werk mit der Umrüstung auf die neue Fertigungstechnik begonnen werden. Nach einer Anlaufphase könnten bis zu 300 "ID" täglich gebaut werden. Zusätzliche Mitarbeiter sollen aber nicht eingestellt werden. Das neue Elektrofahrzeug trage dazu bei, die Beschäftigung zu sichern, hieß es. Aktuell sind in den drei sächsischen Werken Dresden, Chemnitz und Zwickau 9700 Mitarbeiter beschäftigt.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) begrüßte die Entscheidung von Volkswagen für Zwickau als Produktionsstandort für den neu konzipierten Stromer. "Mit dem Auto der Zukunft schafft die Wirtschaft auch die Arbeitsplätze der Zukunft." Das Autoland Sachsen - mit klugen Köpfen, innovativer Forschung und leistungsstarken Zulieferern - werde bei der Elektromobilität vorn mit dabei sein.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) wertete diese als "tolle Nachricht für alle Mitarbeiter von VW in Zwickau, ein klares Bekenntnis des Volkswagenkonzernes zum Standort Sachsen". Die Entscheidung für Zwickau belege "ein großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit unser Zuliefererindustrie im Umfeld".

Volkswagen hat sich vorgenommen, bis 2025 weltweit eine Million E-Autos pro Jahr zu verkaufen und damit Marktführer in dem Bereich zu werden. Kernelement der Strategie wird die neue "ID"-Familie sein. Sie soll zunächst aus vier Modellen bestehen.

Zuvor war bekannt geworden, dass Volkswagen in den kommenden fünf Jahren mit neun Milliarden Euro die Entwicklung alternativer Antriebsmodelle wie Elektro- und Hybridmotoren voranbringen will. VW steht auch wegen des Skandals um manipulierte Dieselfahrzeuge unter Druck, alternative Antriebe zu entwickeln.