Deshalb soll ein Volksbegehren den Forderungen nun Nachdruck verleihen:

Fördermittel sollen nur noch bei art- und tiergerechten Haltungsverfahren ausgezahlt werden. Die Tierhaltung soll dabei an die zur Verfügung stehende Fläche gebunden sein. Anlagen "ab einer bestimmten Größe" sollen gar nicht mehr gefördert werden. Was eine bestimmte Größe ist, wird nicht näher definiert.

Bisher gibt es bei Stallbauten aus Landesmitteln eine Grundförderung und einen "Premium-Zuschuss", wenn der Neubau mit einer Verbesserung des Tierwohls verbunden ist. Die Initiatoren der Volksinitiative wollen, dass die Grundförderung abgeschafft und nur noch Tierwohl-Zuschüsse gezahlt werden.

Gefordert wird ein generelles Verbot des Kupierens von Schweineschwänzen und Schnäbeln bei Geflügel. Die Haltungsbedingungen sollen so verändert werden, dass Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen und Federpicken nicht mehr auftreten.

Das Land soll einen Tierschutzbeauftragten ernennen, der unabhängig von der Regierung arbeitet.

Anerkannte Tierschutzverbände sollen ein eigenes Klagerecht bekommen, um Tierschutzbelange auch juristisch einfordern zu können. Anwohner könnten bisher nur im Umwelt- und Naturschutzrecht gegen Stallanlagen klagen, so die Initiatoren des Volksbegehrens.

Insgesamt wollen sie den Bau weiterer Großställe verhindern. Kritisiert wird auch die Umweltbelastung durch Megaställe und der verstärkte Einsatz von Antibiotika, ohne die eine industrielle Tierhaltung nicht auskäme. Die Grünen beklagen, dass nach Vergleichszahlen des Bundesamtes für Verbraucherschutz in der Uckermark und Prignitz der Antibiotikaverbrauch von 2011 bis zum Jahr 2014 gestiegen sei.