Herr Minister, ist ein Umdenken der Brandenburger Landesregierung bei Windkraftanlagen im Wald denkbar?
Der Ausbau der Windenergienutzung ist und bleibt ein wichtiges energie-, aber auch klimapolitisches Ziel in Brandenburg. Dabei kommt es darauf an, den Ausbau der Windkraft so zu ordnen, dass Konflikte, beispielsweise Abstände zu Wohnsiedlungen, miniminiert werden können. Dazu wurden Regionalpläne entwickelt, die das leisten sollen. Wenn man aber größere Abstände zu den Siedlungen einhalten will, müssen andere Flächen auch in Waldgebieten für die Windräder gefunden werden. Die Forderungen nach großen Abständen zu den Siedlungen einerseits und gleichzeitig der Ausschluss von Wäldern sind da widersprüchlich. Wir brauchen einzelne Waldflächen, um den Ausbau umweltfreundlicher Energie voranzubringen.

Die Initiatoren befürchten ökologische Schäden in den Wäldern, die nun auch als CO{-2}-Speicher für den Klimaschutz notwendig sind. Lässt Sie das kalt?
Ich empfehle einen Blick in die aktuelle Bundeswald- wie auch in die Landeswaldinventur. In Brandenburg sind 37 Prozent der Landesfläche Wald. Damit gehören wir zu den Top Fünf der waldreichsten Bundesländer. Der Wald wird nachhaltig bewirtschaftet, insbesondere was die Holzvorräte betrifft. Der heimische Holzvorrat steigt jährlich um 10 400 000 Kubikmeter. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre wurden nur 53 Prozent des Holzzuwachses genutzt.

Die Initiatoren werfen Ihnen vor, Sie setzten auf Abholzen für die Windkraft statt auf Aufforsten für das Klima.
Ich finde, man darf das nicht gegeneinander ausspielen. Eine saubere Energiegewinnung dient auch dem Klimaschutz. Zumal es uns gelingt, dass die Waldfläche wegen der 100-prozentigen Kompensation bei Rodungen nicht abnimmt und teilweise sogar durch natürlichen Nachwuchs zunimmt.

Mit Jörg Vogelsänger

sprach Klaus Peters