Das sind 60 Prozent des deutschen Geflügelbestands. Die Tierseuche wurde bei einer toten Wildgans nachgewiesen, die vor einer Woche auf einem Acker in Walsrode in der Lüneburger Heide gefunden wurde. Die Gefahr, dass das Virus in die Ställe des Mastgeflügels eingeschleppt wird, hat sich nach Ansicht von Niedersachsens Agrarminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) aber nicht verändert. "Das ist genauso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie vorher", sagte er gestern. Es müsse täglich damit gerechnet werden.
Mit Niedersachsen ist H5N1 jetzt in sechs Bundesländern entdeckt worden, die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen bei Tieren stieg bis gestern auf 158. Die vergangene Woche auf Rügen gefundene Katze bleibt weiterhin das einzige an Vogelgrippe gestorbene Säugetier in Deutschland.
Nach Ansicht des bayerischen Umweltministeriums ist das Ausmaß der Tierseuche wegen der vielerorts hohen Schneedecke noch nicht absehbar. "Viele verendete Tiere werden wir erst finden, wenn der Schnee geschmolzen ist", so ein Sprecher. Eine tote Wildente wurde gestern im Innenhof des Gefängnisses in Straubing gefunden.
Sollte ein Verdacht auf Vogelgrippe beim Menschen auftauchen, wird es laut Bundesgesundheitsministerium keine Verzögerungen bei der Behandlung geben. "Es wird auch in diesem Fall, der hoffentlich nie eintreten wird, das ohne Verzug bezahlt, was medizinisch notwendig ist", sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater zu einem Bericht der "Bild am Sonntag". Die Zeitung hatte berichtet, dass Ärzte erst bei der Krankenkasse eine Kostenübernahme-Erklärung einholen müssen, bevor sie Patienten auf mögliche Ansteckung untersuchen dürfen. (dpa/ab)