Bei der Fahndung nach dem Vogelgrippe-Virus beschreiten Labore in der Regel zwei Wege: Molekularbiologische Verfahren und den klassischen Nachweis in Hühnereiern.

MOLEKULARBIOLOGISCHER NACHWEIS: Zunächst wird geklärt, ob Proben etwa von toten Tieren Erbmaterial von Grippeviren enthalten. Ist dies der Fall, bestimmen sie mittels molekularbiologischer Verfahren, ob es sich um einen der Vogelgrippe-Subtypen H5 oder H7 handelt. Wird auch dies mit ja beantwortet, muss noch geprüft werden, ob der Erreger zu den aggressiven Untertypen zählt. Schließlich analysieren die Fachleute das N-Eiweiß (Neuraminidase) auf der Oberfläche des Virus. Erst dann wissen sie, ob die untersuchten Vögel das gefährlichen H5N1-Virus oder einen anderen Subtypen tragen.

KLASSISCHER NACHWEIS IM TIER: Parallel läuft die althergebrachte, klassische Virusdiagnostik in Hühnereiern und lebenden Tieren. Dazu wird ein Teil der genommenen Proben in bebrütete Hühnereier gespritzt und beobachtet, ob der Embryo in ihnen stirbt. Nach einigen Tagen prüfen Experten, ob die Eiflüssigkeit Hühnerblutzellen verklumpen lässt - ein Hinweis auf Grippeviren. Handelt es sich um Influenza des Typs H5 oder H7, wird dieses Virus im nächsten Schritt Hühnern in die Venen gespritzt und anschließend weiter untersucht. Dieses Verfahren kann im Einzelfall mehrere Wochen dauern.