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| 02:38 Uhr

Vizepräsident mit Schlüsselrolle

FOTO: dpa
Mike Pence könnte einer der mächtigsten Vizepräsidenten in der jüngeren Geschichte der USA werden. Für Donald Trump spielte der 57-Jährige schon in den vergangenen Monaten eine sehr wichtige Rolle. dpa/sm

Er half so entscheidend wie geräuschlos bei der Kabinettsauswahl, hielt die nach einem extremen Wahlkampf zerfaserten Republikaner zusammen - und er steht für knallharten Konservatismus.

Im "White House North", wie der Trump-Tower in New York genannt wird, war Pence' mildes Lächeln seit November allgegenwärtig. Mindestens vier wichtige Kabinettsentscheidungen sollen seine Handschrift tragen, darunter UN-Botschafterin Nikki Haley und FBI-Chef Mike Pompeo.

Das Portal Politico zitiert aus dem Übergangsteam des künftigen Präsidenten: "Pence ist die ruhige Stimme, die Gelassenheit. Er hilft Trump, gut auszusehen." Pence hat sehr viel, was Trump nicht hat, vor allem hat er politische Erfahrung. Von 2001 bis 2013 saß er im Repräsentantenhaus, 2013 wurde er Gouverneur von Indiana. In die Partei und zu ihren Oberen ist Pence ebenso gut verdrahtet wie in den Kongress.

Pence, seit 30 Jahren verheiratet, wirkt volksnah und präsentiert sich gern als Stimme der kleinen Leute. Der Mann mit dem stets akkurat getrimmten Silberhaar ist ein Republikaner, wie er im Lehrbuch steht. Bei aller Freundlichkeit und Verbindlichkeit ist er ein knallharter Sozialkonservativer. Er sagt über sich selbst, er sei "Christ, Konservativer und Republikaner - und das in dieser Reihenfolge".

Daraus leitet sich für ihn fast alles ab. Er ist erbitterter Abtreibungsgegner, bibelfest und betet angeblich in schwierigen Zeiten mit seinen Mitarbeitern. Pence ist zur wichtigen Gruppe evangelikaler Christen eine entscheidende Brücke. Pence' Aussagen und Auftritte sind zwar stets wohlüberlegt und abgewogen, dabei ist er im Vergleich zum über die Jahre dauerwankelmütigen Trump der eigentliche Ideologe.

Pence agierte in vergangenen Jahren oft als Hardliner. Die "New York Times" schrieb einmal, Pence sei in vielem aus der Zeit gefallen. "Der Wind der Veränderung mag wehen, aber Mr. Pence beugt sich nur langsam."