Es hebt unsere Stimmung und unsere Aktivität und es erhält uns gesund. Die innere Betriebsorganisation des Menschen hat sich wie bei allen Lebewesen an die Tag-Nacht-Schwankungen angepasst. Wo kein Licht ist, fehlt die Orientierung, und man kann nicht gut aktiv sein. In der Evolution hat sich deshalb unsere gesamte innere Betriebsorganisation bei Nacht auf Ruhe und Erholung ausgerichtet. Umgekehrt ist in den Tagphasen verstärkte Aktivität angesagt. Das Ganze wird von Zellen gesteuert, die wie innere Uhren funktionieren, und von Hormonen. Unsere gesamte Vitalität ist lichtabhängig. Deshalb leben wir in den Wintermonaten ein bisschen mehr auf Sparflamme und nehmen etwas zu.

Wie viel Tageslicht braucht der durchschnittliche Deutsche?

Zwischen einzelnen Menschen bestehen große Unterschiede. Viele, vor allem jüngere Menschen, haben kein Problem mit wenig Licht, während andere Menschen höchst sensibel reagieren und in eine gedämpfte, niedergeschlagene Stimmung geraten. Solche Menschen sollten in die freie Natur hinausgehen und sich an den täglichen Rhythmus anpassen, also nachts bei Dunkelheit schlafen und sich morgens von dem beginnenden Tageslicht wecken lassen.

Kann man den Körper mit künstlichem Licht austricksen?

Ja, ganz klar. Der Mensch ist ein Anpassungskünstler. Wenn er sehr gesund, körperlich und geistig trainiert ist, dann kann er sich weit entfernen von den biologischen Normalbedingungen. Aber: Wenn jemand nachts tätig ist und tagsüber schläft, dann hat das seinen Preis. Denn er lebt gegen die üblichen biologischen, kulturellen und kommunikativen Gewohnheiten. Die wenigsten Menschen können auf Dauer die Nacht ohne Probleme zum Tag machen.

Mit Peter Walschburger

sprach Helen Hoffmann, dpa