Es war eine große Koalition der Willigen, die sich in dieser Woche in Paaren im Glien (Havelland) versammelt hatte. Bei der Elektromobilitätskonferenz des Landes Brandenburg suchten alle Teilnehmer nach Ideen und Möglichkeiten, wie sich der Plan zur Elektrifizierung des Verkehrs umsetzen lässt. Dabei ist vor allem eines, nämlich Enthusiasmus gefragt.

Wer als Laie über Elektromobilität spricht, denkt zuerst an Elektro-Autos. Doch in diesem Bereich fehlt es bisher noch immer an alltagstauglichen und vor allem bezahlbaren Angeboten. Die Experten der Brandenburger Elektromobilitätskonferenz waren sich daher einig, dass im Bereich des Individualverkehrs der ganz große Schub in den kommenden Monaten nicht zu erwarten ist. "In ganz Berlin und Brandenburg sind derzeit rund 1800 Elektroautos zugelassen", sagt Jörg Welke vom emo-Netzwerk in Berlin. Das Netzwerk kümmert sich in der Hauptstadt um Projekte, die die Metropole zu einem "Schaufenster" für die Elektromobilität werden lassen.

In Brandenburg fahren derzeit nicht einmal 200 Elektroautos durch die Provinz. Trotz leichter Zuwächse ist ein großer Boom noch nicht in Sicht. Das Land setzt deshalb auf kleine Schritte. Eine starke Nachfrage gibt es inzwischen bei Fahrrädern mit elektrisch unterstützten Antrieben.

Vor allem die Touristiker im Dahme-Spreewald-Kreis haben damit bereits gute Erfahrungen gesammelt. Und ein bemerkenswertes Vorhaben soll im Februar in Eberswalde (Barnim) gestartet werden. Dort fährt dann zum ersten Mal ein vollständig elektrisch angetriebener Omnibus zwei Wochen lang durch den Stadtverkehr.