Die Mehrheit der Länder beschloss auf einer Konferenz am Mittwoch in Berlin, in wenigen Fällen eine „nachträgliche Therapieunterbringung“ möglich zu machen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) lehnt dies aber weiter ab. Nun werden sich voraussichtlich Bundestag und Bundesrat mit dem Problem befassen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte im Mai entschieden, dass die Sicherungsverwahrung bis 2013 komplett neu zu regeln ist.

Viereinhalb Jahre Haft für Ex-Staatssekretär

Der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Augsburg verurteilte den 68-Jährigen am Mittwoch wegen Bankrotts und Betrugs. Der Vorsitzende Richter Rudolf Weigell sah es als erwiesen an, dass Pfahls ein Millionenvermögen systematisch vor dem Finanzamt und der Justiz versteckt und sich zu Unrecht für mittellos und zahlungsunfähig erklärt hat. Pfahls Komplize, der 69-jährige Geschäftsmann Dieter Holzer, erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten wegen Beihilfe zum Bankrott. Pfahls Frau wurde wegen Beihilfe zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Zahl der Obdachlosen in Deutschland wächst

Von Obdachlosigkeit werden nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe künftig mehr Menschen als heute betroffen sein. Die Zahl der Obdachlosen werde bis 2015 um 15 Prozent steigen, prognostizierte der Geschäftsführer des Verbands, Thomas Specht, am Mittwoch bei einem Kongress in Leipzig. 2010 waren etwa 248 000 Menschen ohne Wohnung.

Taliban bei Angriff auf Nato-Basis getötet

Bei einem Angriff von Taliban-Kämpfern auf ein Nato-Lager im Osten Afghanistans sind bis zu 70 Kämpfer der Taliban getötet worden. Ein Sprecher der Nato-Truppe Isaf sagte am Mittwoch, es habe keine Toten oder Verletzten auf Seiten der Nato gegeben. Kampfflugzeuge unterstützten demnach die Bodentruppen bei der Abwehr des Angriffs am Vorabend im Bezirk Barmal in der Nähe der Grenze zu Pakistan.

Prozess wegen Cole-Attentats beginnt

Neun Jahre nach seiner Gefangennahme ist der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlages auf das US-Kriegsschiff „USS Cole“ erstmals vor einem Militärgericht erschienen. Bei der offiziellen Anklageverlesung in Guantánamo Bay (Kuba) am Mittwoch lehnte es Abdel Rahim al-Naschiri ab, sich schuldig oder nicht schuldig zu bekennen. Es ist das erste neue Verfahren vor einem Militärtribunal in dem US-Lager, nachdem US-Präsident Barack Obama im März grünes Licht für eine Wiederaufnahme derartiger Sonderprozesse gegeben hatte.