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| 02:40 Uhr

Vielen Badestegen droht der Abriss

Cottbus. Ein strittiger Versicherungsfall birgt großen juristischen Zündstoff, möglicherweise auch für viele Kommunen in der Lausitz und im Spreewald, die einen See ihr Eigen nennen. In dem Fall geht es um einen Badesteg an einem kommunalen See in Lychen (Uckermark). Jan Siegel

Der Haftpflichtversicherer der Kommune - der Kommunale Schadensausgleich (KSA) - weist in einem Brief an die Stadt darauf hin, dass eine Badestelle durch einen Badesteg zu einer "Bäderanlage" aufgewertet wird. Bäderanlagen aber müssten durch die Kommunen beaufsichtigt werden.

Das würde bedeuten: Entweder die Stadt stellt für all ihre Stege Aufsichtspersonal wie Bademeister ein oder sie muss die Anlagen "unverzüglich" entfernen. So lautet die KSA-Forderung.

"Das ist Irrsinn im Quadrat", sagte der uckermärkische Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann (CDU), der den Fall an die Öffentlichkeit gebracht hat.

Wichmann: "Warum genügt es nicht, einfach ein Schild aufzustellen mit der Aufschrift ,Baden auf eigene Gefahr'?".

Welchen Zündstoff der Brief des Versicherers birgt, lässt die Tatsache erahnen, dass Brandenburg als das gewässerreichste Bundesland gilt. Es gibt allein mehr als 3000 natürlich entstandene Seen. Viele gehören den Kommunen und viele verfügen über Badestege.