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Viele Parteien mit eigenen Interessen

Damaskus. Seit fast sechs Jahren tobt in Syrien ein auch von außen befeuerter Bürgerkrieg. Die Krise ist nicht zuletzt deshalb schwer zu lösen, weil es viele Akteure mit eigenen Interessen gibt. dpa/mcz

Regime: Anhänger von Präsident Baschar al-Assad beherrschen die großen Städte des Landes. Syriens Armee hat im langen Krieg sehr gelitten, konnte die Rebellen aber zurückdrängen, unter anderem aus der Großstadt Aleppo. Islamischer Staat (IS): Die Terrormiliz beherrscht im Norden und Osten weiterhin Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten mehrere Niederlagen einstecken. Sie sind an keinerlei Verhandlungen beteiligt.

Rebellen: Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten.

Politische Opposition: Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul, die in Astana mit Repräsentanten vertreten sein wird.

Die Kurden: Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Allerdings sind weder die wichtigste Kurdenpartei PYD noch die größte Kurdenmiliz YPG in Astana dabei, da die Türkei sie als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet und bekämpft.

Russland: Moskau ist wichtigster Verbündeter der Regierung. Seit September 2015 fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien.

Iran: Teheran ist ein treuer Unterstützer der Assad-Regierung. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten.

Die Türkei: Sie ist mittlerweile der einflussreichste Partner der Rebellen und drängte sie zu den Astana-Verhandlungen. Ankara war neben Moskau maßgeblich daran beteiligt, dass die Gespräche überhaupt stattfinden. Türkische Truppen und Jets sind im Nordsyrien im Einsatz, wo sie Rebellen im Kampf gegen den IS unterstützen.

Die USA und der Westen: Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien und ein Flugzeug zur Luftbetankung.

Saudi- Arabien und Katar: Auch die Golfstaaten bleiben Unterstützer der Regimegegner. Beide sind aber in Astana nicht vertreten.