Etwa jede dritte Kontrolle endete mit einer Beanstandung: 13 Fahrern fehlten die für den Transport von Gütern nötigen Dokumente, an 20 Fahrzeugen entdeckte die Polizei technische Mängel. Dazu gehörten Schäden an der Anhängerkupplung oder an den Reifen. 14 Fahrer durften aufgrund der Schäden nicht mehr weiterfahren. Einige der "Mängel" waren Beanstandungen für nicht angeschnalltes Fahren oder einen verdrehten Haltegurt.

"Das Ergebnis ist wenig überraschend", sagt Mario Niedziella, Leiter der Sonderüberwachungsgruppe bei der Verkehrspolizei in der Polizeidirektion Süd.

Bei solchen groß angelegten Kontrollen, die die Polizei in der Regel jeden Monat durchführt, seien die Ergebnisse immer ähnlich. "Wirklich krasse Fälle gab es am Donnerstag nicht", erklärt Niedziella. Bis auf einen Fahrer, der in der Nähe von Königs Wusterhausen im Landkreis Dahme-Spreewald ohne gültigen Führerschein unterwegs gewesen sei. Ein anderer täuschte in seiner Fahrtendokumentation eine Zwei-Fahrer-Besatzung vor, saß aber allein im Führerhaus und hatte 18 Stunden hinter dem Steuer verbracht.

Nicht eingehaltene Ruhezeiten bezeichnet die Polizei als "Verstoß gegen Sozialvorschriften". Insgesamt 33 dieser Verstöße registrierten die Beamten am Donnerstag.

"Diese Verkehrskontrollen zeigen allerdings nicht unbedingt, wie es wirklich auf unseren Straßen aussieht. Viele Fahrer sitzen die Kontrollen einfach aus, gerade bei Aktionen mit frühem Start", berichtet Niedziella. Über Funk informierten sie sich gegenseitig über die verschiedenen Kontrollpunkte und warteten dann ganz einfach ab, bis die Aktion vorüber ist oder suchten sich Schleichwege.

Mario Niedziella: "Die Polizei hört zwar mit, aber es ist unmöglich, alle schwarzen Schafe zu fassen."

Trotzdem sind die Aktionen aus Sicht der Polizei sinnvoll. "Groß angelegte, länderübergreifende Verkehrskontrollen sind aufgrund des immer größer werdenden Unfallvorkommens dringend notwendig", begründet der Experte der Polizeidirektion Süd die Überprüfung.