"Etwa ein Drittel der Technik ist veraltet. Die Fahrer sind jünger als die Löschfahrzeuge", sagte Merz. Zu schaffen machten den Feuerwehren auch Nachwuchsmangel und eine hohe Fluktuation. Besonders betroffen seien die Randregionen, aus denen viele Menschen abwandern. Mangels Mitgliedern mussten dort bereits 100 Ortswehren geschlossen werden.
Die SPD-CDU-Koalition sieht offenbar den Ernst der Lage: Im Entwurf für das neue Kommunale Finanzausgleichsgesetz, den das Kabinett heute beschließen und dem Landtag übergeben will, ist künftig eine zweckgebundene Förderung für die Feuerwehren von neun Millionen Euro jährlich vorgesehen. "Wenn der Landtag zustimmt und wir das Geld bekommen, schlagen wir ab 2007 los", erklärte Merz. Moderne Löschzüge kosteten ab 220 000 Euro, so dass man "einiges machen kann". Die Landesregierung hatte 1996 die Förderung der Feuerwehren eingestellt und diese wie auch andere Aufgaben den Kommunen übertragen. Diese hätten aber oft andere Prioritäten gesetzt und die Investitionen für die Feuerwehren immer weiter heruntergefahren, urteilte Merz.
Dass diese Unterschätzung gefährlich werden kann, wird durch die Hitzeperiode in diesem Sommer unterstrichen: Bislang seien an die 700 Hektar Wald- und Feldflächen abgebrannt. Damit sei die Bilanz des "Brandsommers 2003" erreicht, so Merz. Dass es bisher nicht schlimmer gekommen ist, führt er auch auf das moderne Überwachungssystem mit Kameras zurück, mit dessen Einführung vor zwei Jahren begonnen wurde und das die Brandwächter auf Türmen ablösen soll. Rund 80 Kameras sind bereits installiert, über 100 geplant.
Allerdings macht Merz keinen Hehl daraus, dass mehr Geld und moderne Überwachungskameras allein nicht ausreichen um die Probleme der Feuerwehren in den Randregionen zu lösen. Nötig seien auch strukturelle Veränderungen. So sollen als Reaktion auf den anhaltenden Mitgliederschwund Stützpunktfeuerwehren aufgebaut werden, die vorhandene Kräfte und Technik bündeln.
Der Schritt sei lebensnotwendig, erklärte Merz. Außerdem wolle man verstärkt Frauen als freiwillige Feuerwehrleute werben und schon Kinder unter zehn Jahren für Jugendfeuerwehren gewinnen. Die Waldbrandlage zu Wochenbeginn sieht Merz "leicht entspannt", wenngleich es "keine Entwarnung" geben könne. "Es muss erst richtig regnen." Deshalb gelte jetzt nach wie vor: "Nicht in den Wald gehen."