Demnach antworteten nur 41 Prozent der etwa 1000 Befragten korrekt, dass in Potsdam eine Koalition aus SPD und Linkspartei regiert. 59 Prozent antworteten mit "Weiß ich nicht" oder einer anderen Koalition: So glaubten acht Prozent von einer rot-grünen Koalition regiert zu werden und ebenso viele sahen Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) an der Spitze einer Großen Koalition. "Wir müssen mal gucken, ob wir es bis zum Ende der Legislaturperiode noch schaffen, dass uns 50 Prozent der Brandenburger kennen", sagte die Landesgeschäftsführerin der Linkspartei, Andrea Johlige.

Allerdings zeigten sich 57 Prozent der Befragten mit der Arbeit der derzeitigen Landesregierung zufrieden - auch wenn sie gar nicht wussten, wer das Land regiert. Ein für die Regierungskoalition erfreuliches Ergebnis brachte auch eine unter 799 Wählerinnen und Wählern durchgeführte Sonntagsfrage. Demnach würden bei einer Landtagswahl am kommenden Sonntag 36 Prozent der Wähler für die SPD stimmen. 23 Prozent der Wähler gäben ihre Stimme der CDU, 22 Prozent der Linkspartei. Als einzige andere Fraktion wären die Grünen mit acht Prozent der Wählerstimmen im Potsdamer Landtag vertreten. Die Piraten und die FDP würden mit vier beziehungsweise drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Bei der Frage nach der Wunschkoalition sprachen sich 31 Prozent der Befragten für eine "Große Koalition" aus SPD und CDU aus. 26 Prozent votierten für eine Fortsetzung von rot-rot, ebenso viele Brandenburger wünschten sich eine rot-grüne Koalition. Allerdings wurden die Umfragedaten Ende Januar - also vor dem Umschwenken von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) beim Nachtflugverbot - erhoben.

Vor Journalisten zeigte sich der Landeschef der Linkspartei, Stefan Ludwig, mit dem Ergebnis der Umfrage zufrieden. Sie beflügele die Linkspartei auch für den anstehenden Bundestagswahlkampf, bei dem man in Brandenburg mindestens 25 Prozent der Zweitstimmen sowie den Bundestagswahlkreis der Abgeordneten Dagmar Enkelmann direkt gewinnen wolle. Die CDU-Generalsekretärin Anja Heinrich erklärte dagegen, der Erkenntnisgewinn der Linken-Umfrage bei der Sonntagsfrage sei im Vergleich zur letzten Erhebung vom Januar 2013 gering. "Die Linke in Brandenburg sollte ihre Kraft weniger in die Beauftragung von Zahlenmaterial setzen, sondern als Regierungspartei klare Aussagen zu den Problemen im Land machen", so Heinrich. Bereits zuvor hatte der Fraktionsvorsitzende Dieter Dombrowski erklärt, "Umfragen sind Umfragen, die uns im Grunde genommen nicht interessieren."