Der rote Hoffnungsträger redete sich in die Herzen der Genossen, machte sich über die Kanzlerin lustig und formulierte ebenso scharf wie pointiert. So wie zum Beispiel über seinen Freund, Altkanzler Helmut Schmidt: Die Bürger spürten, dass da jemand auf der Grundlage sittlicher Überzeugungen geführt habe, erinnerte Steinbrück an Schmidts Regentschaft. Das sei in Krisen genauso gewesen wie im politischen Alltag. "Und deshalb darf er auch im Fernsehen rauchen." Wie auf Kommando griff der anwesende Schmidt da in seine Tasche und kramte eine Zigarette hervor, die er sich genüsslich ansteckte. Worauf im Saal kollektive Heiterkeit ausbrach. Abweichend von seinem Redemanuskript fügte Steinbrück deshalb noch hinzu, das sei auch gar nicht schädlich, denn Schmidt rauche Menthol-Zigaretten.

Dem Ex-Vortragsreisenden sei es verziehen: Steinbrück bewirbt sich ja für den Job des Kanzlers und nicht den des Gesundheitsministers.