Unter den Baströckchen blitzt viel Haut hervor, obenrum sitzen nur zwei Kokosnussschalen: Beim Männerballett lassen die Herren die Hüften kreisen. Heute findet in Brandenburg an der Havel die 2. Ostdeutsche Meisterschaft der karnevalistischen Herrentanzgruppen statt. Dabei geht es nicht nur um Klamauk im Tütü: Sportliche Hochleistung, ideenreiche Geschichten, glänzende Unterhaltung und eine abwechslungsreiche Show versprechen die Veranstalter. Antreten wollen 18 Mannschaften aus Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Nur Berlin ist nicht vertreten.

Eine Fachjury kürt die Gewinner des Turniers. Gefragt sind gute Choreografien, kreative Kostüme und viel Spaß. Als Hula-Tänzerinnen und Nonnen, Matrosen und Greise beispielsweise schwangen Männer im vorigen Jahr die Beine. Und es wurde auch gesprungen und geworfen.

"50 Prozent der Punkte gibt es für die Tanztechnik, zehn Prozent für den Humor", erzählt Sebastian Loos, Landesvertreter des Bundesverbands Deutscher Männerballette. Loos hatte die Veranstaltung 2015 in Senftenberg ins Leben gerufen und wurde mit seinem Finsterwalder Männerballett prompt selbst Ostdeutscher Meister, den Titel wollen sie jetzt natürlich verteidigen.

Was als karnevalistischer Spaß anfing, hat sich zu einem echten Sport entwickelt. Auf Bundesebene gibt es seit 14 Jahren eine Deutsche Meisterschaft, auch dort gewannen die Finsterwalder Männer bereits zweimal. Als Titelverteidiger ist Loos auch am Samstag im Brandenburger Stahlpalast mit von der Partie und verspricht: "Einige Teams sind tänzerisch wirklich anspruchsvoll - und ansonsten gibt es viel zum Lachen."