ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Viel Arbeit in Parks und Gärten

Im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau müssen 830 Hektar in Schuss gehalten werden.
Im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau müssen 830 Hektar in Schuss gehalten werden. FOTO: T. Linack/Fotolia
Dresden. Hitze, Trockenheit, Unwetter: Der Klimawandel trifft auch Sachsens Parks und Gärten. "Die Folgen können wir derzeit nur abschätzen", sagte der Bereichsleiter Gärten der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten GmbH, Frithjof Pitzschel. Simona Block

Jährlich stehe eine halbe Million Euro an Sachkosten für die Pflege der Wiesen, Bäume und Beete an Schlössern, Burgen und Gärten zur Verfügung. "Das wird künftig nicht reichen." So würden bestimmte Gehölze verschwinden, da etwa hitze- und trockenheitsanfällige Arten ausgetauscht werden müssten. "Da stehen wir noch am Anfang."

Die rund 60 Gärtner in den 16 staatlichen Anlagen haben besonders in den Sommermonaten alle Hände voll zu tun: gießen, Rasen mähen, Pflanzen schneiden, Baum- und Blumenbeetpflege. Vor allem die Gartendenkmale aus dem Barock hätten noch jede Menge alte Gehölze. "300 Jahre alte Bäume sind aber die Ausnahme." Der Großteil des insgesamt rund 30 000 Bäume umfassenden Bestandes aber stammt aus dem 20. Jahrhundert. "Hitze und Trockenheit sind Stress für die Bäume, sie werden dadurch anfälliger gegenüber Krankheiten", erklärt der Experte. Das mache es Pilzen und Schädlingen leicht.

Der gärtnerische Aufwand ist je nach Anlage verschieden. So verursachten der Große Garten und der Park von Schloss Pillnitz in Dresden sowie der Barockgarten Großsedlitz (Sächsische Schweiz) hohe Kosten für Baum- und Wegepflege sowie Müllbeseitigung. Zudem sind um die 1000 Zitrusbäume zu betreuen, etwa im Dresdner Zwinger, sowie Myrthen, Lorbeer, afrikanische Schmucklilien und Kamelien im Topf.

Pflegeleicht ist Burg Kriebstein (Mittelsachsen). "Der Hang mit 30 Bäumen wird einmal im Jahr gemäht", sagt Pitzschel. Dagegen sind im Großen Garten ständig 15 Gärtner aktiv. Insgesamt kümmern sich mehr als 60 der Fachleute um die staatliche Flora - ganzjährig.

Im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau (Landkreis Görlitz) sind 830 Hektar in Schuss zu halten. Um die gestalteten Beete, weitläufigen Wiesen, majestätischen Bäume, geschwungenen Wege sowie pittoreske Seen und Flüsse kümmern sich etwa 25 Mitarbeiter. Für den Erhalt von Schloss und Park stehen insgesamt rund vier Millionen Euro jährlich zur Verfügung, ein Großteil fließt in gärtnerische Maßnahmen. Der von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) angelegte und heute grenzüberschreitenden Landschaftsparks ist seit 2004 Unesco-Welterbe.

Ganz auf das Ehrenamt beruht indes ein deutsch-polnisches Projekt: Seit dem Jahr 1998 kümmern sich Jugendliche beiderseits der Neiße regelmäßig um gartenpflegerische Maßnahmen, in Absprache mit den Verwaltungen im Schloss und in der polnischen Stadt Leknica im Park.

Abschiednehmen von den Sommerblumen heißt es ab Mitte Oktober, dann kommen die Zwiebeln für die Frühjahrsbepflanzung in die Erde.

Zum Thema:
Der G20-Gipfel hat dem Klimaschutz keinen neuen Schwung bringen können. Nach der Abkehr der USA vom Klimaabkommen stellten sich die anderen G20-Staaten gegen US-Präsident Donald Trump und bekannten sich lediglich zu "zügigen" Umsetzung des Vertrages. Neue Initiativen gab es aber nicht. Auch torpedierte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach dem Treffen in Hamburg die zur Schau gestellte Einigkeit. Er stellte die Umsetzung des historischen Vertrages durch die Türkei infrage und nutzte den Gipfel, um Ansprüche für sein Land aus dem Klimafonds geltend zu machen. Im Windschatten des Rückzugs von Trump warnte Erdogan, dass das türkische Parlament das Abkommen nicht ratifizieren werde, wenn die Türkei nicht wie versprochen als Entwicklungsland eingestuft werde. Deutsche Regierungskreise sahen hingegen "keine Abkehr" der Türkei vom Pariser Klimaabkommen. Es sei ein "bekanntes Problem". Der Status sei im Vertrag von Paris auch nicht verankert. Vielmehr sei die Türkei in der Klimarahmenkonvention von 1992 als Industrieland eingestuft worden. Damit müsste das Land eher in den Klimafonds einzahlen statt Gelder zu bekommen. Um den Klimaschutz voranzubringen, kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an, am 12. Dezember in Paris einen "Etappengipfel" abzuhalten - auch um über Finanzierungsinstrumente zu sprechen.