Der von einem sächsischen Kriminalbeamten Anfang November 2013 im Gimmlitztal (Osterzgebirge) zerstückelte Geschäftsmann aus Hannover ist zuvor erstickt oder verblutet. "Die genaue Todesursache ist unklar", sagte der Rechtsmediziner Uwe Schmidt am Mittwoch beim Mordprozess gegen den 56-Jährigen im Landgericht Dresden. An der Leiche des 59-Jährigen fanden sich sowohl Spuren einer Strangulation als auch eines Kehlschnitts.

Detlev G. ist wegen Mordes und Störung der Totenruhe angeklagt. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat er den Niedersachsen erhängt, dessen Leiche zersägt und die Einzelteile vergraben. Sie vermutet als Grund sexuelle Motive. Die Überreste des Mannes wurden erst nach Wochen geborgen.

Bei der Festnahme hatte G. die Tötung zugegeben, das Geständnis später aber in diesem Punkt widerrufen und auf Selbstmord verwiesen. Nach seinen Angaben war er erst wieder in den Kellerraum seiner Pension gekommen, als der Mann in der Schlinge hing.

Nach Aussage von Schmidt hat dessen Körper noch gezuckt, kurz bevor G. ihn per Seilwinde zu Boden ließ. Der Kehlkopfschnitt müsse danach erfolgt sein. "Als Todesursache ist er nicht auszuschließen." Auf dem Video, das der Angeklagte aufgenommen hatte, seien die Zuckungen ebenso zu sehen wie das Herunterlassen des Seils. Die Sequenzen davon und von der folgenden Zerteilung der Leiche waren vor der Befragung von Schmidt unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt worden.

Die Verteidigung wollte das eigentlich verhindern - unter Verweis auf die Gefahr einer posttraumatischen Belastungsstörung und eines Selbstmords ihres Mandanten. Ein Gutachter befand aber, dass der narzisstisch veranlagte Kriminalist eine mögliche Kränkung vermeiden wolle.

Die Strafkammer beschloss die Vorführung - und hatte einen Arzt für den Angeklagten engagiert. Sie stellte ihm frei, hinzuschauen oder nicht. G. verbarg sein Gesicht unter der Kapuze seiner Jacke, während die Bilder liefen. Nur mit Mühe behielt er die Fassung, als das Publikum zurückkehrte, schwitzte, wandte sich mit hochrotem Kopf ab, hielt die Hände vors Gesicht und griff mehrfach zum Taschentuch.