Die Einrichtung werde sich nicht nur mit der polnischen Sprache und Literatur befassen, sondern zu vielen Aspekten der Geschichte, der Gesellschaft und auch Wirtschaft forschen. Die in Krakow (Krakau) geborene Dagmara Jajesniak-Quast sei jetzt zur ersten Leiterin des Zentrums berufen worden, teilte Pleuger mit.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin und Historikerin solle Projektanträge betreuen und das Zentrum nach außen hin sichtbarer machen. Zugleich sei die vom Land Brandenburg finanzierte Polen-Professur ausgeschrieben worden. An das Zentrum sollen acht Institutionen "angedockt" werden. Auch das Collegium Polonicum in der Nachbarstadt Slubice, das künftig neben der Lehre einen Forschungszweig bekommen soll, werde einbezogen.

Pleuger äußerte zugleich die Hoffnung, dass die Viadrina am 15. Juni den Zuschlag für ihr Forschungsprojekt "Borders in Motion" erhält. Bei der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern, einem Wettbewerb um Fördergelder, hatte die Hochschule damit die Endrunde erreicht. Das Forschungsvorhaben solle Veränderungen von Grenzen aller Art untersuchen. Ein Zuschlag für das Projekt wäre "ein Stück Zukunftssicherung" der Viadrina und würde zusätzliches Prestige bringen. Die fünfjährige Förderung würde schon im November beginnen.

Pleuger begrüßte, dass Bundespräsident Joachim Gauck und Polens Staatspräsident Bronislaw Komorowski kürzlich ein Treffen mit jungen Menschen an der Viadrina vereinbarten. Er hoffe, dass beide Politiker dazu im Oktober nach Frankfurt kommen können, wenn die Europa-Universität den 20. Jahrestag des Studienbeginns feiert.

Für das beginnende Sommersemester schrieben sich an der Viadrina bisher rund 6000 Studenten ein. Jeweils knapp 600 Kommilitonen kämen aus Polen sowie aus 80 anderen Ländern, sagte Pleuger.