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| 11:44 Uhr

Verwirrung um vermeintliche IS-Braut aus Pulsnitz

Das Standbild eines undatierten Propaganda-Videos, welches von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am 19.05.2017 ins Internet gestellt wurde und über die Associated Press am 10.06.2017 zur Verfügung gestellt wurde, zeigt IS Kämpfer in Deir ez-Zor (Syrien).
Das Standbild eines undatierten Propaganda-Videos, welches von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am 19.05.2017 ins Internet gestellt wurde und über die Associated Press am 10.06.2017 zur Verfügung gestellt wurde, zeigt IS Kämpfer in Deir ez-Zor (Syrien). FOTO: Uncredited (Militant Photo)
Update Dresden/Mossul. Ist sie es oder ist sie es nicht? In Ostsachsen herrscht weiter Ungewissheit, ob die seit einem Jahr verschwundene Linda W. (16) aus Pulsnitz als IS-Kämpferin im Irak wieder aufgetaucht ist oder nicht. Das LKA in Dresden versucht, ihre Identität zu klären. bob/mit dpa

Nach der Festnahme von 20 IS-Anhängerinnen in der irakischen Stadt Mossul steht weiterhin die Frage im Fokus, ob tatsächlich fünf von ihnen aus Deutschland stammen. Die "Welt" hatte unter Berufung auf Sicherheitskreisen berichtet, dass eine der Festgenommenen die 16-jährige Linda W. aus Pulsnitz sein könnte. Sie war im Sommer 2016 verschwunden, kurz nachdem sie zum Islam konvertiert war.

Ein Sprecher der irakischen Armee dementierte das am Dienstag. Alle Verhafteten seien über 30 Jahre alt. Andere Quellen gehen weiter davon aus, dass die 16-Jährige unter den Verhafteten ist. Auf Bildern aus Mossul wollen Freunde von Linda W. aus Pulsnitz die 16-Jährige erkannt haben.

Das LKA in Dresden prüft die Bilder mithilfe von Gesichtserkennungsprogrammen. Zugleich werden die Hinweise aus dem Irak ausgewertet. Eine eindeutige Identifizierung liegt bisher nicht vor, wie Sprecher Tom Bernhardt gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt. Zugleich bemüht sich die deutsche Botschaft im Irak um Kontakt zu den verhafteten Deutschen. "Wenn es sich tatsächlich um deutsche Staatsangehörige handeln sollte, so wird ihnen konsularischer Beistand angeboten werden", sagte eine Sprecherin.

Auch der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) äußerte sich am Mittwoch zu dem Fall: "Die Behörden sind noch dabei, den Abgleich vorzunehmen", sagte Ulbig in Leipzig. "An den Spekulationen, die da wild hin und her gehen, werde ich mich nicht beteiligen."

Das Verschwinden der damals 15-jährigen Linda W. hatte im Sommer 2016 für Aufsehen in Ostsachsen gesorgt. Die Schülerin war kurz zuvor zum Islam konvertiert.