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| 02:34 Uhr

Verwirrung um Tiertötung im Zoo Leipzig

Muntjaks stammen aus China und dürfen innerhalb der EU nicht mehr gezüchtet werden.
Muntjaks stammen aus China und dürfen innerhalb der EU nicht mehr gezüchtet werden. FOTO: dpa
Leipzig. Die Europäische Kommission hat der Darstellung des Leipziger Zoos widersprochen, wonach dieser wegen einer EU-Verordnung seine chinesischen Kleinhirsche töten muss. Die Verordnung schreibe das Töten von Tieren nicht vor, erklärte Reinhard Hönighaus, Sprecher der EU-Kommission in Deutschland, am Montagabend. dpa/bl

Zoos könnten die in der Verordnung aufgeführten Tiere bis zu deren natürlichem Tod halten.

Der Zoo hatte sich auf ein EU-Papier bezogen, das 37 Tierarten aufführe, die sich außerhalb ihres Ursprungsraumes ausbreiteten und dadurch eine Gefahr für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt darstellten. Darunter sind auch die in Leipzig gehaltenen Chinesischen Muntjaks. Für die in der Liste aufgeführten Arten gelten laut Hönighaus derzeit noch Übergangsfristen, innerhalb derer die Tiere verkauft werden dürften. Im Fall der Muntjaks laufe die Frist bis zum 2. August 2017.

Der Leipziger Zoo hatte mit Verweis auf die EU-Verordnung angekündigt, seine vier lebenden Muntjaks würden geschlachtet und an die Raubtiere verfüttert. Ein genauer Termin wurde nicht genannt. "Ich bedauere sehr, dass es keine andere Lösung gibt. Wir sind allerdings gezwungen, uns an geltendes Recht zu halten", hatte Zoodirektor Jörg Junhold erklärt. Die Verordnung untersage die Zucht und Weitergabe der Tiere.