Wie immer geht es ums Geld. Das Problem: Arena verlangt eine Umsatzminimalgarantie. Das bedeutet, jeder Netzbetreiber muss Arena garantieren, dass mindestens fünf Prozent seiner Kunden das Bundesliga-Angebot abonnieren werden und eine entsprechende Gebühr bezahlen. Betreut ein Kabelnetzanbieter beispielsweise 10 000 Kunden, muss er gewährleisten, dass 500 von ihnen, das Abo bestellen - 12,50 Euro plus Mehrwertsteuer werden im Vorfeld pro Kunde pro Monat fällig. Im obigen Beispiel sind das 7200 Euro, die der lokale Kabelnetzbetreiber jeden Monat an Arena zahlen muss, unabhängig davon, ob tatsächlich 500 Kunden das Abo bei ihm bestellt haben. „Das ist auch der Grund, warum sich viele der kleinen Anbieter so schwer damit tun, den Vertrag zu unterschreiben“ , sagt Bernd Nitzschner vom Fachverband der Kabelnetzbetreiber in Lauchhammer. „Ob sich eine Firma das leisten kann, muss jeder Chef selbst entscheiden.“

Landesmedienanstalt sucht Lösung
Wegen dieser Probleme hat sich bereits die Arbeitsgemeinschaft der Mitteldeutschen Landesmedienanstalten (MAL) in den Konflikt eingeschaltet. In einem Schreiben an die Firma Eutelsat, als Unterhändler für Arena Ansprechpartner der lokalen Anbieter, fordert die MAL „eine Lösung, die ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot von Arena in diesen Netzen erlaubt“ .
Thomas Fuchs, Pressesprecher von Eutelsat: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung für die kleinen Anbieter.“ Warum entsprechende Gespräche nicht viel früher geführt wurden, erklärt Fuchs so: „Arena hat sehr lange mit möglichen Partnern verhandelt. Wir konnten die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit erst Ende Juni mit einer Unterschrift besiegeln. Erst dann konnten wir mit der Vermarktung anfangen.“ Den schwarzen Peter für die Zeitverzögerung lasse er sich nicht unterschieben. Die Verantwortung liege eindeutig bei Arena, so Fuchs.
Auch in der Lausitz ist noch nicht überall geklärt, wer die Bundesliga im Fernsehen empfangen kann. Glück haben Satellitenbesitzer und Kunden, die im Verbreitungsgebiet von Kabel Deutschland wohnen (siehe Grafik). Zittern müssen diejenigen, die Kunde eines lokalen Netzbetreibers sind. Viele haben ihre Verhandlungen bis zum Bundesligastart nicht abgeschlossen. Aufatmen können zumindest die Kunden aus Cottbus, Forst und Lauchhammer. Hier ist die Bundesliga auf jeden Fall zu empfangen. Entweder über Satellit, über Premiere oder über den jeweiligen lokalen Anbieter.
„Wir können es uns in Cottbus nicht erlauben, keine Bundesliga anzubieten. Deshalb haben wir den Vertrag trotz der Fünf-Prozent-Klausel unterschrieben“ , sagt Pressesprecher Maik Hampicke von AVC Kommunikationssysteme. „Bei uns ist jetzt alles geklärt, der Vertrag ist gemacht, die Receiver sind vorrätig, die Kunden können kommen. Die ersten Cottbuser haben bereits ein Abo bestellt.“ Auch die Lausitzer Kabelbetreibergesellschaft (LKG) in Lauchhammer und die Funk und Technik GmbH in Forst haben sich entschieden, ihren Kunden den Bundesligaempfang über das Kabelnetz zu ermöglichen.
Wie viele Fans sich bislang insgesamt dazu durchringen konnten, Arena zu bestellen, will der Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer derzeit nicht sagen. Frühestens in der Bundesliga-Winterpause sei er bereit, Abozahlen zu nennen. In drei Jahren will Arena TV aber so viele zahlende Kunden haben, wie derzeit Premiere. Das wären dann 3,4 Millionen Abonnenten

Drei Möglichkeiten des Empfangs
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten die Bundesliga im Fernsehen zu empfangen: Über Satellit, über das Netz von Kabel Deutschland von Premiere und über die lokalen Kabelnetzbetreiber.
Satellit: Wer eine Satellitenschüssel besitzt und die Bundesliga live erleben möchte, muss sich direkt an Arena wenden. Über das Internet unter www.arena.tv oder über die Kundenhotline 01805/5122 kann jeder Satellitenempfänger das Bundesliga-Abo bestellen. Der monatliche Fußball kostet 14,90 Euro plus fünf Euro Satellitenbereitstellungsgebühr. Außerdem kommen die Kosten für den Receiver in Höhe von 79 Euro hinzu, sowie eine einmalige Aktivierungsgebühr von 29,95 Euro. Im ersten Jahr kostet den Fußballfan der Empfang über die Satellitenschüssel also 347,75 Euro. Vorteil dieser Variante: Jeder der eine Satellitenschüssel hat, kann Arena und damit die Bundesliga empfangen und ist nicht von der Netzabdeckung der Kabelanbieter abhängig.
Kabel Deutschland: Wer sein Kabelfernsehen über das Netz von Kabel Deutschland empfängt, kann die Bundesliga über Premiere beziehen. Wer schon im vergangenen Jahr die Bundesliga über Premiere gesehen hat, muss nach Angaben des Pay-TV-Senders nichts weiter tun. Der Vertrag läuft unverändert weiter. Der Kunde wird automatisch freigeschaltet. Wer zwar Premiere-Kunde war, aber bisher keine Bundesliga abonniert hatte, kann diese direkt über die Premiere-Hotline 0180/5140003 hinzubuchen. Diese Kunden können ihren vorhandenen Premiere-Digi tal-Receiver im Kabel weiter nutzen und brauchen auch keine neue Smartcard. Das reine Bundesliga-Abo kostet 14,90 Euro pro Monat, zuzüglich einer einmaligen Aktivierungsgebühr von 49,90 Euro. Das erste Jahr Fußball kostet nach RUNDSCHAU-Rechnung für komplette Neukunden also 307,70 Euro, für bisherige Premierekunden, die noch kein Bundesliga-Abo hatten 228,70 Euro. Bei Bestellung per Internet unter www.premiere.de werden auf dem Kundenkonto 20 Euro gutgeschrieben, so der Sender. Für Kunden, die gleichzeitig mehrere Produkte von Premiere buchen, gibt es Sonderkonditionen. Auch bei Premiere kostet ein neuer Receiver 79 Euro. Die Freischaltung kann nach Angaben von Premiere bis zu einer Stunde dauern. Nachteil dieser Variante: Es gibt keine flächendeckende Netzabdeckung von Kabel Deutschland.
Lokale Kabelnetzbetreiber: Wer sein Fernsehprogramm über einen lokalen Kabelnetzbetreiber bezieht, hat mitunter die größten Probleme die Bundesliga zu empfangen. Jeder Betreiber muss für sich selbst entscheiden, ob er einen entsprechenden Vertrag für die Übertragungsrechte unterschreibt. Die Kunden müssen sich direkt an ihren lokalen Anbieter wenden, um dort zu erfragen, ob die Bundesliga ins Kabelnetz eingespeist wird und zu welchen Konditionen dies zu empfangen ist. In jedem Fall müssen die Kunden einen entsprechenden Receiver kaufen. Bei AVC in Cottbus kostet dieser 79 Euro, die Freischaltgebühr inklusive Smartcard beträgt 29,90 Euro. Wer schon eine Smartcard von AVC hat, muss für die Bundesligafreischaltung nur noch 19,90 Euro bezahlen, erklärt ein Unternehmenssprecher. Am Beispiel von AVC gerechnet, kostet das erste Jahr Bundesliga bei einem lokalen Anbieter also 347,70 Euro.
Zu bedenken ist bei allen Angeboten, dass Abos nur für zwölf oder 24 Monate abgeschlossen werden können, die Bundesligasaison aber nur neun Monate dauert.