ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:42 Uhr

Verwalter sucht Käufer für Flugplatz Drewitz

Harte Landung für den Flugplatz Drewitz: Im Oktober eröffnete das Amtsgericht Cottbus das Insolvenzverfahren über die Betreibergesellschaft. Diese hatte bereits Ende Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Bei der Überprüfung der Buchführung gab es Unstimmigkeiten, die bisher nicht aufgeklärt werden konnten.
Harte Landung für den Flugplatz Drewitz: Im Oktober eröffnete das Amtsgericht Cottbus das Insolvenzverfahren über die Betreibergesellschaft. Diese hatte bereits Ende Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Bei der Überprüfung der Buchführung gab es Unstimmigkeiten, die bisher nicht aufgeklärt werden konnten. FOTO: rwr1
Update | Jänschwalde. Im Sommer hatte die Flacks Group als letzter Eigentümer Insolvenz für den Flugplatz Drewitz angemeldet. Inzwischen gab es die erste Gläubigerversammlung. Die Suche nach einem neuen Nutzer scheint jedoch schwierig. Simone Wendler

Nicht nur wegen des winterlichen Wetters herrscht derzeit auf dem Flugplatz Drewitz Ruhe. Nur noch drei Mitarbeiter, zwei davon geringfügig beschäftigt, verwalten nach Auskunft von Insolvenzverwalter Udo Feeser das Areal.

Jahrelang hatten der Spree-Neiße-Kreis, Guben, Schenkendöbern und das Amt Peitz Millionen in den dauerhaft defizitären Verkehrslandeplatz gesteckt. Mehrere Versuche, ihn zu veräußern, waren gescheitert. Vor eineinhalb Jahren kaufte die in Miami ansässige Flacks Group dann den Platz.

Jetzt sind seine Tage als Flugpiste vermutlich gezählt. Denn im Juni, so Feeser, endet die Zulassung für den Flugbetrieb, die bis dahin auf "niedrigstem Niveau" noch aufrechterhalten werde. Nur ein Erwerber, der den Flugbetrieb weiterführen will, könnte das ändern. Doch der ist nicht in Sicht und kaum zu erwarten. Die Landebahn gilt als dringend sanierungsbedürftig. Die Kosten dafür werden auf zehn Millionen Euro geschätzt.

Feeser hat jedoch Schwierigkeiten, auch einen Interessenten ohne Flugambitionen für das Areal zu finden, das der einzige nennenswerte Vermögenswert der Gesellschaft ist. "Ich suche noch immer nach einem Käufer", so der Berliner Jurist.

Bisher gebe es nur "allgemeine Gespräche" mit zwei Unternehmern. Einer davon möchte die auf einer Teilfläche vorhandene Nutzung zur Solarstromerzeugung ausweiten.

Im Dezember gab es die erste Gläubigerversammlung für die Flughafen-Südbrandenburg-Cottbus GmbH, wie der Flugplatz offiziell heißt. Über die Gesamthöhe der angemeldeten offenen Forderungen will sich Feeser nicht äußern. Unter den mehr als 50 Gläubigern seien nicht nur ehemalige Mitarbeiter, die noch Lohnrückstände hätten, sondern auch Krankenkassen, Geldinstitute und Lieferanten.

Feeser bestätigt auf Nachfrage, dass er noch immer nicht alle Unterlagen zu Geldbewegungen von Firmenkonten in der Hand habe. Bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Oktober war bekannt geworden, dass der Verbleib von etwa eineinhalb Millionen Euro nicht lückenlos belegt sein soll. Diese Summe soll nach dem Verkauf des Flugplatzes durch die kommunalen Eigentümer an die Flacks Group im Juni 2014 noch auf den Konten gewesen sein.

Wenn Insolvenzverwalter Udo Feeser einen seriösen Erwerber für den Flugplatz in Drewitz findet, wird die Kaufabwicklung vermutlich nicht einfach. Denn im Kaufvertrag zwischen den kommunen und der Flacks Group steht eine Klausel für eine Rückübertragung an die Kommunen. Die müsste vorher aus der Welt geschafft werden.

Die Flacks Group macht derweil im Rheinland neue Schlagzeilen. Nach Medienberichten soll sie ein mit der Chemikalie PCB verseuchtes Grundstück im Dortmunder Hafen gekauft haben, das sie, ohne selbst bereits den Kaufpreis bezahlt zu haben, im Internet anbietet.