Rund 150 Exemplare seien vor dem Berufsschulzentrum für Technik "Gustav Anton Zeuner" in der Gerokstraße beschlagnahmt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Avenarius.
Gegen die Verantwortlichen für das 18 Seiten starken Heft werde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz geführt. Auch der NPD-Land tagsabgeordnete Jürgen Gansel sei bei der Verteilung angetroffen worden. Gegen ihn kann die Behörde wegen der Immunität jedoch nicht vorgehen.
Die Zeitung, die von der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" herausgegeben wird, sei geeignet, die Entwicklung und Reife von Kindern und Jugendlichen zu beeinträchtigen, so Avenarius. So wird in dem Beitrag "Der Krieg, der viele Väter hatte" Adolf Hitler als Friedensvermittler dargestellt, während die Alliierten den Zweiten Weltkrieg betrieben hätten.
Beanstandet wird auch der Aufruf, Schulhöfe zu "national befreiten Zonen" zu machen. "Das über weite Teile hetzerisch formulierte Blättchen ist geeignet, Vorurteile gegen Lehrer und ausländische Mitschüler zu schüren", sagte Avenarius.
Ein Staatsanwalt und mehrere Polizisten seien an der Aktion vor der Schule beteiligt gewesen. Den Beschuldigten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Die Schüler hätten sich gegenüber den Verteilern weitgehend kritisch gezeigt, erklärte Avenarius.
Der NPD-Landesverband Sachsen hatte am Montag die Verteilung der Zeitung "Perplex - jung, frech, deutsch" in einer ersten Auflage von 30 000 Stück angekündigt. Im November solle eine zweite Ausgabe folgen. Die Schülerzeitung knüpfe an die Verteilung der Schulhof-CDs an, so Gansel. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz verteilt die NPD solche Schülerzeitungen.