Für Norbert K. forderte Verteidiger Andrej Klein eine Verurteilung wegen Beihilfe - und nannte vier Jahre und fünf Monate als Strafmaß. Das Urteil soll am 5. oder 6. September verkündet werden.

Die verschuldeten Männer sind wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt, B. zudem wegen Mordes. Sie sollen die Unternehmer-Tochter am 13. August 2015 entführt und 1,2 Millionen Euro verlangt haben. Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch eine Verurteilung wegen Mordes zur Verdeckung einer anderen Straftat für B. und wegen Mordes durch Unterlassen für den Mitangeklagten K. beantragt. Es gebe keinen Beweis dafür, dass B. die Gymnasiastin getötet habe, betonte sein Rechtsanwalt Rolf Franek. Die Anklage stütze sich nur auf die Aussage von K., der aber mehrere Stunden mit der Entführten allein war.

In sehr emotionalen Erklärungen schilderten Vater und Schwester der entführten und ermordeten Anneli-Marie vor dem Landgericht Dresden die Auswirkungen des Verbrechens. "Wir waren eine glückliche Familie", sagte Uwe R.. Der Verlust ihres jüngsten Kindes sei eine nicht zu beschreibende Belastung, die Privat- und Geschäftsleben beeinträchtige. Teils unter Tränen schilderte der Unternehmer das Wesen von Anneli und die Folgen "dieser abscheulichen Tat" für ihr Umfeld. "Sie sind Ausgeburten der Hölle", sagte er in Richtung der Angeklagten. Die "beiden Nichtsnutze" hätten die "Perle der ganzen Familie" zerstört.