Die Staatsanwaltschaft habe sich bei ihren Schuldvermutungen auf Hypothesen gestützt. Nach Simons Auffassung kann seiner Mandantin aufgrund der nicht feststellbaren Todesursachen der drei Kinder nichts vorgeworfen werden, was sie unterlassen haben könnte. Da zwei der Geburten ohne medizinische Begleitung zu Hause stattgefunden hätten, seien zum Tod führende Risiken durchaus denkbar, sagte er. Die Anklage mache es sich zu einfach, aus schwierigen Lebensumständen und Persönlichkeitsmerkmalen der Frau mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Täterschaft abzuleiten, sagte Simon. Zuvor hatte Oberstaatsanwalt Holger Illing für eine Freiheitsstrafe von elf Jahren wegen dreifachen Totschlags durch Unterlassen plädiert. Auch wenn die Todesursachen nicht eindeutig geklärt werden konnten, sei die Angeklagte für den Tod der Kinder verantwortlich, sagte Illing. Alle drei Mädchen hätten nach der Geburt gelebt. Dass sie das Verschwinden einer Tochter mit Freigabe zur Adoption erklärt und zwei weitere Schwangerschaften ganz vertuscht habe, seien Indizien dafür, dass ihr die Kinder von Anfang an im Wege gewesen seien. ddp/cd