Das Landgericht Neuruppin hat den Mann aus Birkenwerder am Montag wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verurteilt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er im Oktober 2012 40 Kilo schwere Gullydeckel von einer Brücke auf die A 10 bei Birkenwerder geworfen hat. Mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt, niemand verletzt.

Der Angeklagte stand bereits zum zweiten Mal vor Gericht. 2013 hatte ihn das Landgericht wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil jedoch nach Revision der Staatsanwaltschaft auf. Diese hatte damals sechs Jahre Haft gefordert. Wer solche Hindernisse schaffe, so das Gericht am Montag, nehme in Kauf, dass Verkehrsteilnehmer einen Unfall erleiden und an den Folgen sterben könnten - daher das Urteil wegen versuchten Mordes.

Die Staatsanwaltschaft hatte im neuen Prozess eine Haftstrafe von sieben Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte nach Angaben der Gerichtssprecherin auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte hatte nach ihren Angaben im Prozess gesagt, er sei ebenfalls Opfer des wirklichen Täters geworden und versehentlich in einen Gullyschacht getreten.