Nach zwei Raketeneinschlägen in der Nähe des deutschen Feldlagers wurden die Schutzmaßnahmen am Wochenende erhöht. Verletzt wurde bei dem Beschuss niemand.
Wie der Pressesprecher der deutschen Isaf-Kräfte in Kabul, Major Günther Bender, sagte, waren am späten Freitagabend zwei Raketen etwa 1000 bis 1500 Meter südöstlich des deutschen Stützpunktes eingeschlagen. Die Soldaten hätten vorübergehend in Bunkern Schutz gesucht. Angesichts der Entfernung der Einschläge sei nicht klar, ob die Geschosse gezielt auf das deutsche "Camp Warehouse" abgefeuert wurden, sagte Bender. Unklar war auch, wer die Täter waren und um welche Geschosse es sich handelte.
Die Bundeswehrführung warnt indes vor der Entführung deutscher Offiziere in Afghanistan. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" besteht allgemein eine "hohe Bedrohung durch Terroristen oder terroristisch motivierte Gruppierungen und Einzeltäter gegen Einrichtungen und Kräfte" der Isaf. Das Blatt beruft sich auf einen internen Lagebericht, der auf Basis von Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) und militärischer Aufklärung in Afghanistan erstellt worden sei. Der BND sei darüber besorgt, dass das deutsche Lager in Kabul immer wieder ausgespäht werde. Erst kürzlich sei festgestellt worden, dass eine Person Aufnahmen des Lagers mit einem modernen Foto-Handy gemacht habe.
Ein Sprecher der Bundeswehr bestätigte gestern, es gebe offensichtlich mehr Hinweise auf mögliche Gefährdungen. Für die Bundeswehr sei das aber keine Überraschung. Die grundsätzliche Einschätzung, dass die Lage "nicht ruhig und nicht stabil" sei, habe sich nicht geändert. Dementsprechend würden auch die Schutzmaßnahmen ständig überprüft und angepasst.
Deutschland und die Niederlande übernehmen am 10. Februar das Isaf-Kommando. Derzeit befinden sich rund 1700 Bundeswehrsoldaten in Kabul. Die Zahl der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan soll bis März auf etwa 2500 steigen und macht damit etwa die Hälfte der gesamten Isaf-Truppenstärke aus. (dpa/ab)