Eine Woche nach dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling mit elf Toten wollen sich die Ermittler erstmals zur Unfallursache äußern. Dazu wurde für den heutigen Dienstag eine Pressekonferenz mit Staatsanwaltschaft und Polizei angekündigt.

Mit Spannung wird erwartet, ob die Ermittler Informationen bestätigen, wonach die Ursache für den Zusammenstoß der beiden Züge menschliches Versagen war. Nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gibt es weiterhin keine Hinweise auf technisches Versagen. "Tatsache ist, dass nach den Daten, die wir haben, ein technischer Fehler nicht vorgelegen hat", sagte Dobrindt am Montag in München. Noch im Laufe der Woche werde es nach Wiederherstellung des Gleises Kontrollfahrten geben, ergänzte er. Damit solle überprüft werden, ob die von den Fahrtenschreibern aufgezeichneten Daten "validierbar" sind.

Die beiden Nahverkehrszüge des zwischen Holzkirchen und Rosenheim verkehrenden privat betriebenen Meridians waren am vergangenen Dienstagmorgen bei Bad Aibling frontal zusammengestoßen. Beim schwersten Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren starben elf Menschen, rund 80 Insassen wurden teils schwer verletzt. Darunter war auch der Spremberger Ronny B. Mit einer Erinnerungsseite im Internet wird unterdessen an den 38-jährige gedacht und für Unterstützung für dessen Freundin und die Tochter gebeten.

Am Montag haben an der Unglücksstrecke die Reparaturarbeiten am stark beschädigten Gleis begonnen. Erst danach kann nach den Worten von Polizeisprecher Jürgen Thalmeier ein noch immer neben dem Gleis stehender Waggon eines der Unglückszüge auf dem Schienenweg abtransportiert werden.