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Vermeintliche Automatenknacker fackeln Fluchtauto ab

Motorblock und Innenraum sind ausgebrannt. Das Heck des Audi A 6 Avant ist noch gut erhalten.
Motorblock und Innenraum sind ausgebrannt. Das Heck des Audi A 6 Avant ist noch gut erhalten. FOTO: Frank Claus
Prösen. Freitagmorgen, kurz vor 5 Uhr: Aus einem kleinen Waldstück zwischen einem Wohnhaus und der längst verfallenen Gaststätte "Waldfrieden" im Ortsteil Prösen der Gemeinde Röderland (Elbe-Elster) dringt Feuerschein. Ein Auto brennt. Lydia Schauff und Frank Claus

Ein Anwohner, der zur Arbeit fahren will, infomiert die Feuerwehr. Schnell sind die Kameraden vor Ort.

"Als ich den Audi-Kombi mit polnischem Kennzeichen sah, schoss es mir durch den Kopf: Das muss das Fluchtauto der Automatensprenger von Falkenberg sein", erzählt Gemeindebrandmeister Fred Ansorge.

Der Motorraum steht bereits voll in Flammen. Das Feuer ergreift den Innenraum. Bis zur Rücksitzbank und zum Kofferraum können sich die Flammen aber dank des schnellen Feuerwehreinsatzes nicht durchfressen. "Vielleicht sind dort ja noch einige Spuren zu finden", hofft Fred Ansorge.

Auch die Polizei geht davon aus, dass es der Wagen ist, den Beamte am Donnerstag in Bad Liebenwerda verfolgt hatten. In dem dunkelblauen Audi saßen wohl die mutmaßlichen Täter, die vorher in Falkenberg zwei Geldautomaten gesprengt haben. "Die Spurensicherung geht davon aus, dass das Auto, das gefunden wurde, der Wagen ist, der am Donnerstag in Falkenberg und Bad Liebenwerda eine Rolle gespielt hat", sagt Mario Heinemann, Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam. Der Autotyp, ein Audi A 6, und das polnische Kennzeichen deuteten darauf hin. Ziel der Brandattacke sei es, Spuren zu vernichten. Ob das den vermeintlichen Geldautomatensprengern gelungen ist oder ob trotz Feuer und Löschschaum noch verwertbare Spuren vorhanden sind, muss nun die Kriminaltechnik herausfinden. Ein Elsterwerdaer Abschleppunternehmen hat das Fahrzeug gestern Mittag zu weiteren kriminalistischen Untersuchungen nach Eberswalde gebracht.

Um den Tätern auf die Spur zu kommen, stehen Beamte der Soko Fläming, die den Fall übernommen hat, in engem Kontakt mit polnischen Kollegen. So sei noch am Donnerstag eine grenzübergreifende Fahndung eingeleitet worden. Besonders bemerkenswert sei laut Mario Heinemann die Rücksichtslosigkeit, mit der die Täter in Bad Liebenwerda vorgegangen sind: "Sie haben die Gefährdung anderer in Kauf genommen." Als Polizeibeamte die Verfolgung des Wagens mit den mutmaßlichen Geldautomatensprengern aufnahmen, warfen diese Reifentöter aus den Fenstern. Die Metallkrallen bohren sich in Autoreifen, zerstören diese. Davon betroffen war nicht nur der Streifenwagen, der mit platten Reifen die Verfolgung nicht fortsetzen konnte. Betroffen waren auch rund 20 weitere Fahrzeuge von Unbeteiligten, darunter ein Bus und zwei Lkw.

Auch die davongetragen. Die Geldautomaten wurden zerfetzt, dahinter befindliche Servicebüros erheblich beschädigt.