"Unser Wunsch ist es, dass die ersten Züge bereits zum Fahrplanwechsel Dezember 2007 oder zum Jahreswechsel 2008 rollen", verdeutlicht Bergmann. Ob das ehrgeizige Ziel erreicht werden kann, steht noch nicht fest. "Bauverzögerungen sind trotz weitgehender finanzieller Mittelsicherung möglich", sagt Bergmann. Dies gelte auch für die Wiederherstellung der durch die
sogenannte Jahrhundertflut schwer beschädigten Weißeritztalbahn. Der Wiederaufbau der dampfbetriebenen Schmalspurstrecke soll durch Flutmittel erfolgen. Für den ersten Bauabschnitt von Freital nach Dippoldiswalde sind 20 Millionen Euro veranschlagt. Der Bund und das Land Sachsen sind mit jeweils 50 Prozent beteiligt.
Dagegen zieht sich die Wiederherstellung des Streckenabschnitts von Dippoldiswalde zum Kurort Kipsdorf etwas länger hin. "2008 feiert die Gesamtstrecke ihr 125-jähriges Bestehen. Es wäre schön, wenn die touristisch attraktive Schmalspurstrecke dann wieder auf ganzer Länge befahrbar wäre", betont der VVO-Sprecher.
Allerdings gebe es dabei noch Unwägbarkeiten. Das Hochwasser hatte 2002 nicht nur den Gleiskörper zerstört, sondern auch Brücken und Uferböschungen weggeschwemmt. "Bis wir detaillierte Planungen mit Finanzierung in Auftrag geben können, muss erst eine umfassende Schadensbilanz vorliegen", erklärt Bergmann. Die Weißeritztalbahn wird künftig durch die BVO Bahn betrieben, die schon Eigentümer der Schmalspurbahnen Cranzahl-Oberwiesenthal und Radebeul-Moritzburg-Radeburg ist.

Dresden - Kamenz direkt
Vergleichbare Probleme gibt es bei der Arnsdorfer Kurve nicht. Hier geht es um die Wiederherstellung eines rund einen Kilometer langen Schienenstrangs zwischen Radeberg und Kleinröhrsdorf der Strecke Dresden - Kamenz. Die Regionalzüge könnten dann von "Elbflorenz" direkt nach Kamenz fahren. Der Umweg mit Fahrtrichtungsänderung über Arnsdorf entfiele. Die Fahrzeit zwischen beiden Städten würde sich nach VVO-Berechnungen von 53 auf 39 Minuten verkürzen. "Der volkswirtschaftliche Nutzen des Streckenneubaus wäre fast drei Mal so hoch wie die veranschlagten Baukosten von 3,16 Millionen Euro", erläutert Bergmann. Von der Fahrzeitverkürzung würden über 1200 Fahrgäste am Tag profitieren.

Lückenschluss Sebnitz - Rumburg
Auch der Lückenschluss auf der Strecke Sebnitz-Rumburg ist keine "echte Neubaustrecke". Die grenzüberschreitende Verbindung von der Sächsischen Schweiz nach Nordböhmen war nach 1945 zwischen den Bahnhöfen Sebnitz und Dolni Poustevna (Niedereinsiedel) auf einer Länge von 600 Metern abgebrochen worden. Notwendig sind neben der Wiederherstellung des Bahndamms und des Gleiskörpers zusätzliche Gleise und Weichen, unter anderem auf dem Bahnhof Sebnitz.
Die Strecke bietet aber auch Chancen für den Tourismus, da sie von beiden Seiten der Grenze wichtige Wanderziele in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz erschließt. In Rumburg bestünde zudem eine Umsteigemöglichkeit in die Böhmische Nordbahn von Decin (Tetschen) nach Liberec (Reichenberg) beziehungsweise Zittau.