(dpa/roe) Nach tödlichen Unfällen, bei denen Radfahrer von Lkw erfasst worden waren, wird die Forderung nach mehr Geldern für die Sicherheit von Radfahrern laut. Abbiegeassistenten in Lastwagen könnten laut Unfallforscher Siegfried Brockmann Unfälle vermeiden. „Die Technik muss schnell kommen, um Leben zu schützen“, sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer der „Leipziger Volkszeitung“. „Das Nachrüstprogramm des Bundesverkehrsministeriums war da sicher gut, um das anzuschieben, aber mit fünf Millionen Euro viel zu schwachbrüstig bestückt.“

Auch Marco Böhme, mobilitätspolitischer Sprecher der Linken-Fraktion im Sächsischen Landtag, pocht auf verpflichtende Abbiegeassistenten für Lastwagen sowie Warnsysteme an besonders gefährlichen Stellen. Das Förderprogramm des Bundes für Abbiegeassistenten müsse aufgestockt werden. „Ich erwarte, dass Sachsens Staatsregierung Druck macht, damit sich der Bundesverkehrsminister mehr bewegt“, sagte er.

„Radfahrende Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer müssen dringend besser geschützt werden. Entscheidend ist hierbei, ob eine sichere Fahrradinfrastruktur vorhanden ist“, bekräftigte Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion in Sachsen.

Unfallforscher Brockmann appellierte an die Kommunen: Trennstreifen zwischen Radwegen und Parkplätzen könnten die Sicherheit erhöhen. An Kreuzungen sollten Radwege frühzeitig an die Fahrbahn verlegt werden. Zudem sprach sich Brockmann für eine separate Ampelschaltung aus: „Da wo viele Radfahrer unterwegs sind, kann ohnehin kaum ein Auto während der Grünphase abbiegen.“ Getrennte Abbiegeströme seien sinnvoll.

Um die Sicherheit von Radfahrern zu gewährleisten, plant die Polizei in Dresden ab Mitte Juni verstärkte Kontrollen. Erst am Donnerstag starb ein 54 Jahre alter Radfahrer nach einem Unfall mit einem Lkw in Dresden. In Leipzig kam am Mittwoch eine 20-Jährige ums Leben, die von einem abbiegenden Lastwagen erfasst wurde. Im Vorjahr starben in Sachsen nach Angaben des Freistaats 35 Radfahrer bei Unfällen.